Dischingen statt Schlachthof

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Christian Springer

Der MünchnerKabarettist Christian Springer brachte Heiteres und Ernstes in die Egauhalle.

Dischingen. Als Kabarettist Christian Springer in der Dischinger Egauhalle am Sonntagabend die alarmierende Weltlage beschrieb, dachte er sicher nicht, dass kurz darauf tatsächlich Alarm ausgelöst würde.

Der Münchner, bekannt aus der BR-Kabarett-Sendung „Schlachthof“, hatte mit ersten Worten in aktuelle politische Themen seines fulminanten Bühnenprogramms eingeführt, als mit rotem Licht und lautem Pfeifen alle Aufmerksamkeit auf ein Alarmsignal in einer Ecke der Egauhalle gelenkt wurde. Doch Christian Springer wäre kein Bühnenprofi, wenn er diese unvorhergesehene Situation - ausgelöst durch das Warnsignal im Behinderten-WC - nicht mit einer Improvisation meisterhaft zu lösen verstand.

Zuvor leitete Inge Grein-Feil, „Freunde-Chefin“ im Namen von Kultur in der ARCHE on Tour, den Abend mit begrüßenden Worten ein und kündigte „Heiteres und Ernstes“ an. Christian Springer wurde dieser Ankündigung in vollem Maße gerecht und lieferte einen schnellen ersten Überblick zum Krieg in der Ukraine, Robert Habeck und dem Kabarett im Allgemeinen. Er schlug eine Brücke zu den 1920er-Jahren und zitierte dabei Erika Mann, die Tochter des Schriftstellers Thomas Mann mit dem Satz, in solchen Zeiten dürfe man nicht Kabarett machen, man müsse es sogar!

Mit humorvollen, aber auch ernsthaften Anekdoten zum Wasser sparen und zum Tankrabatt ordnete Springer auch die innenpolitische Lage ein. Das übergeordnete Thema Krieg nahm an diesem Abend einen großen Raum ein und brachte das Publikum in der ansehnlich gefüllten Halle zum Nachdenken. Dabei mahnte er an, dass Kriege schon immer länger dauerten als ursprünglich gedacht.

Wie eine Lederaktentasche bei einem Atomkrieg schützt, und weshalb überkochende Milch eine der schlimmsten vorstellbaren Katastrophen ist, kann jeder bei Christian Springers Programm selbst herausfinden.

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