Hoffnung für „Ende gut, alles gut“

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Probenauftakt im Kreuzgang Feuchtwangen: das Ensemble von Shakespeares „Ende gut, alles gut“.
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Die Kreuzgangspiele haben die Proben für ein eher unbekanntes Shakespeare-Stück aufgenommen. Was die Zuschauer erwartet, wenn Feuchtwangens Inzidenz weiter sinkt.

Feuchtwangen

Auf der Bühne eine lange Rutsche. Sie lädt ein. Dazu, sich wieder dem Spiel hinzugeben. Im doppelten Sinn. Denn die Schauspielerinnen und Schauspieler, das ganze Regieteam der Kreuzgangspiele Feuchtwangen im Jahr 2021, fiebern darauf hin, endlich wieder loslegen zu können. Aber auch das Publikum dürfte erwartungsvoll in den Startlöchern stehen. Zumindest lassen diesen Schluss die Erfahrungen vom vergangenen Jahr zu.

„Letztes Jahr war das ein großes Fest. Die Menschen waren sehr dankbar, dass wir gespielt haben“, sagt der Feuchtwanger Intendant Johannes Kaetzler. Erneut kann er 2021 die Proben für ein Stück aufnehmen lassen. Nach denen etwa zu „Dracula“ vergangenen Dienstag, bei dem er auch selbst Regie führt, nun eine Woche später die zu Shakespeares „Ende gut, alles gut“.

Der Regisseur und das Stück

Ein eher unbekanntes Stück, das „so seine Tücken hat“, wie Regisseur Hartmut Uhlemann erklärt. „Da sagt man nicht, ich liebe Dich.“ Damit die Figuren aber ausdrücken können, was sie fühlen, habe er Sonette des Dichters mit eingearbeitet. Freilich gehe es nicht nur um die Liebe in all ihren Facetten, sondern auch um die Macht zugewiesener Geschlechterrollen, ums Leben, den Tod und den Krieg, die Pandemie – allesamt Erfahrungen, bei denen man sich alleine fühle, trotz guter Ratschläge. „Das Stück berührt. Und vielleicht ist ja auch etwas Komik dabei, wir schauen mal, wo wir hintreiben“, so Uhlemann.

Musik, Bühne, Kostüme

Mit Uhlemann werden Anton von Bredow, Bernhard Westermann und Leo Lazar zusammen mit dem Ensemble arbeiten. Von Bredow hat ein Modell des Bühnenbildes mitgebracht – es wird nicht nur durch eine Rutsche dominiert werden, sondern in den „wunderbaren Räumlichkeiten“ auch die aristokratische „trügerische“ Glätte der Hauptfigur Bertram abblättern lassen. Westermann wird sich mit seinen geschaffenen Kostümen an historische Vorbilder anlehnen, wie er sagt. „Damit muss man die Personen nicht noch erklären.“ Nicht ohne Referenzen allerdings an die Orte, die im Stück eine Rolle spielen: Provinz, Stadt und Florenz, „wo die Figuren ganz anders aussehen“, so Westermann.

Noch im „Strampelanzug“ sieht Komponist Leo Lazar die Musik, die er zum Stück geschrieben hat. Ob nun die Themen zum Narr oder dem gewonnen Krieg, er freue sich, seine musikalischen Themen mit der Spielkunst des Ensembles in das Stück zu integrieren.

„Es herrscht ein großer Wille, das Beste zu geben“, so Intendant Kaetzler. Den Willen zur Öffnung habe nun auch Bayerns Ministerpräsident Söder signalisiert. Bei einer stabilen Inzidenz unter 100 wolle man die Theater spielen lassen. Mit getestetem Publikum und Hygienekonzepten. „Wir schauen positiv auf den Sommer und denken, dass wir spielen.“ Wie 2020 reagiere man aus dem Augenblick heraus. Im Moment zeigt der Landkreis Ansbach eine Inzidenz von 152. Tendenz fallend. „Optimismus kostet Kraft“, sagt Kaetzler. „Aber die investieren wir gerne.“

Optimismus kostet Kraft. Aber die investieren wir gerne.“

Johannes Kaetzler, Intendant Feuchtwangen

Voraussichtliche Premierentermine in Feuchtwangen

Die Premiere für „Dracula“ soll am 3. Juni, um 20.30 Uhr, im Kreuzgang gespielt werden. Shakespeares Komödie „Ende gut, alles gut“, soll voraussichtlich dann am 10. Juni seine Premiere feiern. Das Familienstück „Das Sams – Eine Woche voller Samstage“ feiert seine nichtöffentliche, interne Premiere am 8. Mai. Termine sowie aktuelle Informationen zu den Kreuzgangspielen sind immer auch auf der Internetseite www.kreuzgangspiele.de zu finden.

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