Mehr als 10 000 erleben das EKM-Festival in Gmünd

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Die Veranstalter des Festivals Europäische Kirchenmusik mit Oberbürgermeister Richard Arnold.

Die Veranstalter schätzen die gute Stimmung in den mehr als drei Konzertwochen. Eine Bilanz.

Schwäbisch Gmünd. Auf die „Vision Europa“, Motto des Festivals Europäische Kirchenmusik 2022, folgt im nächsten Jahr „Das Wunderbare“. Wunderbar war‘s für Oberbürgermeister Richard Arnold auch schon in diesem Jahr, und „richtig, dass wir das Festival so geplant und durchgeführt haben“, wie er im schließenden Gepräch bemerkt. Die Rückkehr des EKM-Feelings war auch für Ralph Häcker, den Leiter des Kulturbüros, spürbar und Intendant Klaus Stemmler belegt dies mit Daten: Mehr als 10 000 Besucher sind gekommen, die Konzerte waren zu 81 Prozent ausgelastet. Eine Zahl, die nicht alle in diesem Sommer erreicht haben. Die Ludwigsburger Schlossfestspiele mussten sich mit 50 Prozent zufrieden geben.

Sechs Mal waren die Konzerte in Schwäbisch Gmünd auch ausverkauft – viele, vor allem im Remspark, sehr gut besucht. Klaus Stemmler sieht dafür mehrere Gründe. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, von Beethoven bis Hildegard Knef, spannte sich der Bogen. Auch das Publikum war in einem Konzert gefordert, konnte einfach mitsingen.

Klaus Stemmler nennt einige Höhepunkte: „Das Eröffnungskonzert mit ‚Himmelsmusik‘ des Star-Countertenors Philippe Jaroussky hätte gleich mehrfach verkauft werden können, so groß war die Nachfrage.“ Im Gemeindegottesdienst am Sonntag, 24. Juli, stand die Gmünder Erstaufführung der Kantate „Lauda Sion“ von Felix Mendelssohn Bartholdy auf dem Programm, „eine Meisterleistung von Münsterchor und Münsterorchester und der Solisten unter der Leitung von KMD Stephan Beck“, betont Stemmler. Er nennt auch das Kloster Lorch, dort erklang „aufregendes Mittelalter mit dem Sollazzo Ensemble aus Basel in der bis auf den letzten Platz ausverkauften Klosterkirche“. Am Freitag, 5. August, stand noch einmal die Orgel im Mittelpunkt: Im Heilig-Kreuz-Münster gab das Ehepaar Ausra und Vidas Pinkevicius aus Litauen ein Recital für Orgel zu vier Händen. Den ökumenischen Schlussgottesdienst am Sonntag, 7. August, gestaltete das Collegium Vocale Schwäbisch Gmünd unter Walter Johannes Beck mit einer feinen Auswahl europäischer Chormusik. „Die Zufriedenheit der Menschen am Ende von Konzerten war geradezu spürbar“, betont Festival-Organisatorin Katharina Lampe, die auch den vielen Helferinnen und Helfern dankte, stellvertretend für sie Caroline Burkhardt und Lena Hartmann.

Immer wieder sorgt das Thema „Vision Europa“ für Diskussionen. Ausgewählt längst vor den aktuellen Ereignissen, treffe es den Nerv der Menschen, so Richard Arnold. „Europa ist kein Selbstläufer, das ist uns in den vergangenen Monaten bewusst geworden“, betont er. „Was Europa ausmacht und wohin Europa uns bringen kann, das haben die vielen eindrucksvollen Veranstaltungen des Festivals gezeigt.“ Auch die Festival-Begleitausstellung „hier“, in der es um europäisches Kunsthandwerk in Deutschland geht, schätzten viele Gäste. „Wir konnten hier die kulturelle Vielfalt Europas zeigen“, sagt Mit-Kuratorin Maria Hokema. Kunstschaffende aus nordischen Ländern sind ebenso dabei wie solche aus der Ukraine oder aus Frankreich. Die Ausstellung in der Galerie im Chor des Predigers bleibt übers Festival hinaus geöffnet, bis zum 28. August ist sie zu sehen.

Oberbürgermeister Richard Arnold macht sich stark für die Zukunft des Festivals. „Kultur ist kein Luxus, sondern essentiell für das Zusammenleben der Gesellschaft“, betont er. Ein Zusammenhalt, der sich auch wirtschaftlich auswirkt. Mehr Unternehmen als in früheren Jahren haben sich als Sponsoren eingebracht. Und wie immer habe sich der Freundeskreis des Festivals mit zahlreichen Einsätzen verdient gemacht. ⋌kust

Das Festival erklingt nochmals im SWR

Der Südwestrundfunk zeichnete acht Konzerte für das Hörfunkprogramm SWR2 auf. Die Sendetermine werden unter www.kirchenmusik-festival.de und in der GT veröffentlicht. Das Festival Europäische Kirchenmusik (EKM) wird veranstaltet vom Kulturbüro der Stadt Schwäbisch Gmünd.

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