Trompeter aus der „Weltstadt der Musik“

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Ein Genuss, ein Erlebnis, ein Fest: Das Konzert mit Axel Schlosser begeistert die Besucherinnen und Besucher.
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Axel Schlosser bedankt sich bei seiner Heimatstadt mit einem Jazz-Konzert.

Oberkochen. Ein Jubiläumskonzert sollte es sein und es gab dem Publikum reichlich Anlass zu jubelndem Applaus: Axel Schlosser spielte mit seiner Band zum Geburtstag der Oberkochener Kulturreihe dell’Arte auf. An die 80 Menschen konnten sich über zwei Stunden allerbesten Jazz im Bürgersaal des Rathauses freuen.

„To Satch and Duke“ hat Axel Schlosser das Konzert am Mittwochabend genannt und so heißt auch die neueste CD des „Axel-Schlosser-Quartet“, die während des Konzertes zügig verkauft wurde.

Alles beginnt in Oberkochen

Axel Schlosser kommt aus Oberkochen, hier hat er Musik machen gelernt, das Trompetenspiel auch bei Peter Traub himself, „aber nur zehn Stunden, dann war mein Repertoire, das ich ihm weitgeben konnte, erledigt,“ bemerkte der Bürgermeister.

Axel Schlosser hat große Karriere gemacht, international, ist Solotrompeter der Bigband des Hessischen Rundfunks – und ist seiner Heimatstadt treu und offenbar herzlich verbunden. Das wurde in seiner Moderation des Konzertes deutlich. Anekdoten und fast sentimental klingende Erinnerung an die Stadt wechselten sich mit Geschichten aus der internationalen Jazz-Szene ab und immer wieder dezente Huldigungen seiner Heimat: Oberkochen ist „ja die Stadt der Trompeter“, ist „eine Stadt der Musik“, eine „wichtige Weltstadt der Musik“.

Mit herzhaftem Humor führte der Weltstar durch das Programm, das er mit Thilo Wagner am Flügel, Jean-Philippe Wadle (Kontrabass) und Jean Paul Hochstädter am Schlagzeug präsentierte, alle Musiker der Spitzenklasse und seit längerer Zeit mit Schlosser verbunden.

„Das Konzert beginnt mit einem seriösen Stück und wird sogleich 'dreckig'“, sagte Schlosser: Die Trompete schimpfte und schrie in einer Komposition von Duke Ellington. Flott, frisch und gradlinig kam dann Louis Armstrong zu Gehör. Piano und Bass beantworteten die Trompeten-Soli mit atemraubenden Beiträgen, später auch das Schlagzeug mit Kraft und Witz. Schmusige Stücke folgten und Dixie-Sounds mit gestopfter Trompete, der Bigband wurde gehuldigt und reichlich dem musikantischen Humor. Alle Musik war große Klasse, technisch anspruchsvoll und von eleganter Mühelosigkeit auf allen Positionen. Ein Genuss, ein Erlebnis, ein Fest. Rainer Wiese

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