Zurück ins Leben mit Musik

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Seine Premiere feierte das Aalen Festivalorchester im Oktober 2020 unter der Leitung von Gero Wittich (l.) in kleiner, pandemiekonformer Besetzung. Archivfoto: Oliver Giers
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Das Aalen Festivalorchester konzertiert am Samstag, 25. September, in der Aalener Stadthalle. Was die Zuhörerinnen und Zuhörer erwartet.

Aalen

Den Weg zurück ins Leben finden. Das muss auch die Kultur nach und nach - und nach den Lockdowns der Pandemie. Nach all dem Bangen auch bei großen Klangkörpern, ob man jemals wieder in großer Besetzung auftreten kann. Nun geht es wieder. Auch für das Aalen Festivalorchester, das sich erstmals im vergangenen Herbst in reduzierter Besetzung mit dem Bläseroktett von Beethoven und dem Streichoktette von Felix Mendelssohn vorstellte.

„Trauer. Trost. Leben.“ so die Überschrift, die der Leiter des Orchesters Gero Wittich über das für Samstag, 25. September terminierte Konzert geschrieben hat. „Wir sind durch das Tal der Tränen gegangen, sowohl die Kultur als auch das gesamte Leben“, sagt Wittich. Die Dramaturgie des Konzertprogramms deshalb „stimmig und schlüssig“.

Sibelius‘ Valse Triste ist die erste Komposition des Konzertabends, mit dem die 16 Musikerinnen und Musiker auf die schwierige zurückliegende Zeit zurückblicken. Trost spenden möchte diese mit Schuberts versöhnlicher 5. Sinfonie B-Dur. Zurück ins Leben geht es musikalisch mit Mozarts berühmter g-moll Sinfonie Nr. 40.

Für Gero Wittich die größte Herausforderung des Abends. „Mozart g-moll Sinfonie birgt natürlich die Gefahr, abgedroschen zu sein“, sagt er. „Aber eigentlich verliert das Stück nie seine Kraft.“ Wittich will nicht viel Kosmetik beim Mozart betreiben, „Effekte nicht haschen, aber zeigen“.

Effekte zeigen, mit einem Sinfonieorchester, das zu einem Drittel aus Musikerinnen und Musikern besteht, die aus der Region kommen und mit dem Festival Orchester hierher zurückkehren. „Alle hatten total Lust, hier mitzumachen, und man hat die gemeinsame Basis, ein Erlebnis zu schaffen“, sagt Gero Wittich. Mozart sei bei diesem Erlebnis der Schlüssel, anspruchsvoll von der Komposition her, aber auch wegen seiner Bekanntheit. „Superheikel. Jeder kennt jeden Ton. Das Stück, aber auch die Gestaltung“, sagt Wittich dazu. Die Leichtigkeit Mozarts zu zeigen sei nur möglich, wenn man das Stück gut spiele. Man benötige dafür Bläser und Streicher, die allesamt auf hohem Niveau spielen. Die Zusammensetzung des Orchesters lässt darauf schließen, dass Gero Wittich diese damit gefunden hat.

Identität zu zeigen und zu schaffen, das sei ein Ziel des Orchesters, erklärt Wittich weiter. „Der Spirit hat sich schon gezeigt beim ersten Konzert 2020“, so der Dirigent.

“Total super, dass man so zusammenspielen kann“, das sei die Resonanz der beteiligten Musikerinnen und Musiker, so Gero Wittich. Der Zusammenhalt sei da, alle freuen sich auf den Konzertabend.

„Die Luft muss brennen, und zwar für alle“, gibt der Dirigent die Richtung vor. Das klingt nach Leben.

Karten sind an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Tourist-Information Aalen, Tel.: (07361) 52-2358 oder unter www.reservix.de. Eintritt 25 Euro, Schüler und Spion-Karte ermäßigt.

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