Kommentar: Jürgen Steck über den aktuellen Stand der Klinikdebatte

Als es nicht mehr anders ging

+
Jürgen Steck

Vieles von dem, was Landrat und Klinik-Vorstand ins Feld führen, wenn sie sich für eine Reduzierung der Zahl der Kliniken im Ostalbkreis aussprechen, klingt vernunftgetrieben, leuchtet ein. Ja, so denkt man, da geht es jetzt nicht um Selbstverwirklichung, oder darum, sich am Ende des Berufslebens ein leuchtendes Denkmal zu setzen. Sondern es wird eine gewisse Notwendigkeit nachgewiesen.

Wenn dem aber so ist, warum dann um alles in der Welt, hat man daraus so ein Staatsgeheimnis gemacht? Warum wurde nicht früher klarer gesagt, dass man sich auf diesen Weg macht – und warum man sich auf diesen Weg macht? Das schürt Misstrauen. Misstrauen, das jetzt, ein paar Wochen, bevor entscheidende Pflöcke gesetzt werden sollen, nicht so einfach auszuräumen ist durch zwei, drei Bürgerversammlungen. Dass die kommen sollen, ist dennoch gut. Doch es bleibt das Gefühl, dass die Öffentlichkeit erst dann gesucht wurde, als es nicht mehr anders ging. Auch hier wirken die Akteure getrieben. Das sind keine idealen Voraussetzungen, um Vertrauen zu schaffen. Und bei kaum einem Thema ist Vertrauen so wichtig wie beim Thema Gesundheit.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis