Jahresrückblick: November 2021

Booster-Boom, Absagen und Einschränkungen

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Lange Schlange bei der Impfaktion im Kundeninformationszentrum der Stadtwerke am ersten Tag.
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Lange Schlangen beim Impfen, der Landkreis mitunter Spitzenreiter bei den Neuinfektionen. Die Pandemie hat den November fest im Griff.

Aalen

Es ist ein November, der von steigenden Inzidenzzahlen geprägt ist. Auf die man offenbar nur unzulänglich vorbereitet ist. Basisstufe, Warnstufe, Alarmstufe, Alarmstufe 2, sich ständig ändernde Verordnungen prägen den Monat. Lange Schlangen bei den Pop-up-Impfungen gibt es obendrauf.

Von Anfang Oktober bis zum 3. November kommen über 2100 Neufälle von Coronainfektionen im Kreis hinzu und am 9. November wird öffentlich, dass das Gesundheitsamt im Ostalbkreis wegen steigender Infektionszahlen nicht mehr die Kontaktpersonen von Coronainfizierten informiert. Der Landkreis beruft sich damit auf eine Strategieänderung des Sozialministeriums. Im Vertrauen darauf, dass die Infizierten das selbst erledigen.

Diskussion Weihnachtsmärkte

Doch die Vereine und Kulturschaffenden sind hochalarmiert, angesichts der Inzidenzen. Viele Narrenzünfte sagen den Start in die fünfte Jahreszeit ab. Und ab Samstag, 13. November, werden die kostenlosen Bürgertests wieder eingeführt.

Allerorts wird über das Für und Wider von Weihnachtsmärkten diskutiert. Georg Löwenthal, der in den vergangenen Jahren den Aalener „Weihnachtsland“ organisiert hat, fordert wegen des erhöhten Aufwandes in puncto Coronaverordnung von der Stadt einen Zuschuss von fast 100 000 Euro. Der Antrag wird abgelehnt, der Innenstadtverein Aalen City Aktiv will in die Bresche springen und den Markt unter strengen 2G-Regeln selbst ausrichten. Doch während die Buden schon aufgebaut sind, bleibt die Unsicherheit, was das Land und der Bund beschließen werden. Ein paar Tage später sollen nur noch Socken aber kein Glühwein mehr verkauft werden. Da sind die Weihnachtsmärkte in Wasseralfingen, am Tiefen Stollen und in Ellwangen bereits abgesagt.

Bereits seit Ende Oktober kann man sich im Aalener Rathaus den ersten, zweiten oder dritten Piks abholen, doch insgesamt reicht das Angebot längst nicht aus. Die Marschrichtung ist klar: „Nur mit einer höheren Impfquote werden wir die Überlastung unseres Gesundheitssystems verhindern können“, sagt Landrat Dr. Joachim Bläse bereits Beginn November.

Lange Schlangen beim Impfen

Aber lange Schlangen prägen das Bild bei den Impfangeboten. Termine bei den Hausärzten sind auf Wochen ausgebucht. Die Kliniken verschieben bereits erste OPs. Der Landkreis reagiert auf die aktuelle Entwicklung und erlässt bereits ab Montag, 22. November Zugangsbeschränkungen an den Kliniken in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd. Bei einer Inzidenz von 712 und 611 Coronainfizierten allein in Aalen. Es herrscht die Alarmstufe. Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte und 2G in der Gastronomie sind die Folge. Der Ostalbkreis ist nun Inzidenz-Spitzenreiter im Land.

Impfstützpunkt im KIZ

Bereits am Wochenende ist Aalens Oberbürgermeister Brütting da schon der Kragen geplatzt. Er schreibt einen Brief ans Sozialministerium und kritisiert die unzureichende Unterstützung in Sachen Impfangeboten. Nichtsdestotrotz gelingt es mit vereinten Kräften des Landkreises, Stadt und Hilfsorganisationen wie DRK und Maltesern mitten in der Stadt Aalen am 24. November im Kundeninformationszentrum (KIZ) der Stadtwerke einen festen Impfstützpunkt zu eröffnen. Wie groß der Bedarf an einem niederschwelligen ohne Anmeldung ist, zeigen die langen Schlangen. Geschätzt bis zu 400 Menschen stehen in den ersten paar Tagen stundenlang in der Kälte, um sich impfen zu lassen. Rund 30 Prozent, so schätzen die Organisatoren, sind in den ersten Tagen Erstimpfungen.

Nur mit einer höheren Impfquote werden wir die Überlastung unseres Gesundheitssystems verhindern können.“

Dr. Joachim Bläse, Landrat
  • Zahlen, die den Monat November bestimmen
  • Am 2. November beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz laut Landesgesundheitsamt im Ostalbkreis 218,9, fast verdoppelt hat sie sich bereits am 17. November mit 424 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern. Am 19. November ist diese Zahl auf 630 geschnellt, am 22. November liegt sie bei 712, am 30. beträgt sie 649, 1.

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