Corona schüttelt die Kreisfinanzen durch

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15 Millionen Euro Verlust bei Kliniken und Defizit bei ÖPNV erwartet.

Aalen. Corona beutelt die Kreisfinanzen. Wo der Landkreis finanziell aktuell steht, das machte Kreiskämmerer Karl Kurz mit seinem Zwischenbericht am Dienstag im Kreis-Finanzausschuss deutlich.

Vorsichtig optimistisch sei er, dass die Ziele des Haushaltsplanes 2021 zu schaffen seien, sagte Kurz, zumal es aus der Wirtschaft wieder viele positive Signale gebe. In den meisten Bereichen liege man im Rahmen der Prognosen, die Investitionstätigkeit gehe kaum verändert weiter. Allerdings gebe es angesichts Corona Unwägbarkeiten. Vor allem bei den Aufwendungen für den ÖPNV und für die Kliniken sei vieles noch offen.

Für den ÖPNV soll es ab Mitte 2021 keinen Rettungsschirm mehr geben. Das käme zu früh, meint Kurz, und ist froh, dass aktuell intensiv verhandelt werde, diesen Schirm zu verlängern.

Mehr Geld benötige der Landkreis auch bei den Sozialhilfeleistungen. Wegen der Pandemie seien 187 Bedarfseinheiten beim SGB II hinzugekommen. Die Pandemie koste Arbeitsplätze, mit Folgen für den Sozialbereich.

Auch die Kliniken sind unter Druck. Hier beherrscht Corona alles, weshalb Operationen und andere Dienstleistungen, mit denen ansonsten Einkünfte erzielt würden, wegfielen. Landrat Dr. Joachim Bläse geht davon aus, dass 2021 bei den Kliniken ein Defizit von rund 15 Millionen Euro entstehen könnte. Mit neun Millionen Euro hatte man zu Beginn des Jahres gerechnet.

Georg Ruf (CDU) lobte, wie seine Nachredner, die Arbeit der Kreiskämmerei. Wie Peter Traub (Freie) rechnet er aber nicht mit fortgesetzten Zuwendungen aus Schirmen. Hier werde wohl der Ostalbkreis ran müssen. So sieht das auch Bennet Müller (Grüne) und fragte nach einem Sparplan. Eingespart werden könne nur beim Investitionsprogramm, sagte Bläse. Optimismus sei gut, meint Dr. Carola Merk-Rudolph (SPD), aber die Pandemie bleibe noch längere Zeit auch finanziell eine Herausforderung. „Wir müssen einfach auf Sicht fahren“, sagte sie.Martin Simon

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