Jahresrückblick Oktober 2021

Ein 23 Monate altes Kind wird misshandelt und stirbt

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01.11.2021, Baden-Württemberg, Bopfingen: Kerzen, Blumen und Kuscheltiere sind am Dorfplatz Aufhausen anlässlich einer Gedenkfeier niedergelegt. Ein 32 Jahre alter Mann soll ein Kleinkind seiner Lebensgefährtin so schwer misshandelt haben, dass es starb.
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Der kleine Bub wird noch ins Krankenhaus eingeliefert, ist aber nicht mehr zu retten. Der Lebensgefährte der Mutter ist tatverdächtig und kommt in U-Haft.

Bopfingen-Aufhausen

Dieses Ereignis beschäftigt die Menschen über Wochen: Am 26. Oktober wird bekannt, dass im Ostalbklinikum bereits fünf Tage vorher ein kleiner Junge, 23 Monate alt, gestorben ist. Er kam „reanimationspflichtig“ in die Klinik, wo man Verdacht schöpfte, dass er misshandelt wurde. Die Polizei ordnete eine Leichenschau an, die Staatsanwaltschaft eine Obduktion. Daraufhin erhärtete sich der Verdacht auf Kindesmisshandlung und der Lebensgefährte der Mutter wird in U-Haft genommen.

Was in den Tagen darauf bekannt wird: die Familie lebte erst seit einem Jahr in Aufhausen. Die Mutter zog mit den drei Kindern und dem Vater aus dem Kreis Schwäbisch Hall hierher, die Eheleute trennten sich und die Frau kam mit dem neuen Lebensgefährten zusammen, der nun unter Tatverdacht steht.

Es stellt sich heraus, dass die Familie bereits kurz nach dem Umzug Besuch von der Polizei bekam. Die Ermittlungen hätten sich auf eine Person bezogen, die damals dort wohnte, nicht gegen den Man, der jetzt in U-Haft sitzt. Bereits das Haller Landratsamt hatte für die Familie Jugendhilfe angeordnet.

Ob mit dem Umzug an die Behörden im Ostalbkreis weiter gegeben wurde, wie es um diese Familie steht, ist zunächst unklar. Beim Landratsamt Schwäbisch Hall werden Datenschutzgründe geltend gemacht, beim Landratsamt Aalen betont man, für die Familienhilfe sei weiter Schwäbisch Hall zuständig gewesen.

Unbefriedigend findet das der Bopfinger Bürgermeister Dr. Gunther Bühler, in Bopfingen habe man nicht gewusst, dass diese Familie Hilfe braucht. Die Bürger in Bopfingen sind unter „Schockstarre“. Am Haus der Familie werden Blumen und Kuscheltiere abgelegt, Kerzen entzündet. In den sozialen Medien wird der Fall ganz unterschiedlich thematisiert.

In Aufhausen überwiegt Trauer und Bestürzung. An Allerheiligen gibt es einen Trauergottesdienst für den toten Jungen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung.

Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft „in alle Richtungen“, auch ob ein Fremdverschulden vorliegt. Zu der betroffenen Familie sind viele Gerüchte im Umlauf, die sich nicht verifizieren lassen. Die Staatsanwaltschaft hofft, dass es Anfang 2022 zur Anklage kommt. Gerhard Königer

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