Brütting: Uniklinik ist „Quatsch“

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Ostalb-Klinikum in Aalen, Stauferklinikum in Mutlangen und Virngrundklinik: Die Zukunft der Kliniken im Ostalbkreis beschäftigt die Politiker im Landkreis.
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Vor dem SchwäPo-Podium zur Zukunft der Kliniken meldet sich der Aalener OB Frederick Brütting zu Wort.

Aalen/Böbingen. Die Schwäbische Post und die Gmünder Tagespost laden am Montag, 13. Juni, 18.30 Uhr, zur großen Podiumsdiskussion zur Zukunft der Kliniken im Ostalbkreis ein. Der Vorstand der Kliniken Ostalb, Prof. Ulrich Solzbach (Vorsitzender), Thomas Schneider (Finanzen) und Sylvia Pansow (Personal) stehen im Park am alten Bahndamm in Böbingen den Redaktionsleitern Jürgen Steck und Michael Länge Rede und Antwort. Im Vorfeld des Podiums macht der Aalener Oberbürgermeister Frederick Brütting die Position der Stadt Aalen deutlich. Er hatte im April, nachdem die SchwäPo als erste Zeitung über entsprechende Pläne berichtet hatte, kritisiert, dass über die Neukonzeption der Kliniken im Ostalbkreis nur nichtöffentlich diskutiere. „Gut, dass jetzt das Licht angeht“, sagt Brütting nun, wenn auch zunächst nur über die Presse. Brütting ist Mitglied des Kreistages und findet es „schade“, dass dieses Thema dort noch nicht auf der Tagesordnung war.

Die Stadt Aalen habe sich in der Sache „noch nicht abschließend positioniert“, sagt Brütting weiter. Aber er sei mit dem Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold der Meinung, dass die Kliniken in Aalen und in Mutlangen erhalten werden müssten. Man müsse einfach eingestehen, dass das Klinikum Ellwangen auf Dauer keine umfassende Notfallversorgung leisten könne. Viele Fälle könnten dort nicht angenommen werden.

Einen kompletten Neubau an einem Standort auf der grünen Wiese sieht Brütting nach wie vor kritisch. Die Kosten seien seriös derzeit nicht zu fassen. Zudem sei die CO-2-Bilanz schwierig. Und auch in Bezug auf die Beschäftigten äußert sich Brütting skeptisch. Viele arbeiteten in Teilzeit. Die wünschten sich kurze Wege zum Arbeitsort. Ganz schwierig sieht Brütting die Überganszeit. Bis die neue Klinik gebaut ist, vergingen „zehn, zwölf Jahre“. Man müsse in die alten Kliniken investieren, um sie am Laufen zu halten und parallel dazu die neue Klinik bauen. Für die Beschäftigten sei dies eine schwierige Zeit und wenig attraktiv. Dass im Ostalbkreis eine Klinik mit Universitätsniveau entstehen könnte, wie dies geäußert wurde, hält Brütting für „völligen Quatsch“. Diese gebe es bereits in Ulm und Stuttgart. Zudem könne man sich das im Ostalbkreis „überhaupt nicht leisten“.

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