Friseurbesuch mit 3G: PCR-Tests sind vielen zu viel

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Beim Friseurbesuch gelten verschiedene Regeln. Eine davon: Maske tragen.
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Geimpft, genesen, getestet - das gilt beim Haarschnitt beim Friseur. Schnelltests zählen aber nicht mehr. Das merke man am Geschäft.

Aalen. Wer einen neuen Haarschnitt möchte, muss geimpft, genesen oder getestet sein. Doch herkömmliche Schnelltests reichen dafür nicht mehr. Wer sich weder hat impfen lassen, noch Covid überstanden hat, braucht beim Friseur einen PCR-Test. "Das ist das Dilemma, das wir gerade haben", berichtet Friseurmeisterin Heike Himmer aus Mögglingen. Denn damit falle rund ein Drittel ihres Umsatzes weg. Sie ist nicht die Einzige Friseurin im Ostalbkreis, die die 3G-Regelung mit PCR-Test nun zu spüren bekommt.

PCR-Test als K.-o.-Kriterium?

Einen PCR-Test, die nicht gerade günstig sind, extra für den Friseurbesuch? "Das macht normalerweise keiner wegen des Friseurs", sagt Himmer. Auch Bernd Bäuerle, Obermeister der Friseurinnung Aalen kann die finanzielle Hürde nachvollziehen. "Das gibt einen sehr teuren Haarschnitt." Doch nicht nur ungeimpfte Kunden bekommen die Kosten zu spüren. Bei rund einem Drittel Ungeimpfter in der Bevölkerung, falle auch ein großer Teil der Kundschaft weg. "Das heißt, da sind 30 Prozent der Kunden, die nicht in den Laden dürfen", sagt Bäuerle. Fehlende Kundschaft, die man am Umsatz bemerke.

Doch nicht nur eine geschmälerte Zahl von Kunden erschwere das Geschäft. Auch für Betriebe bedeutet die 3G-Regel mehr Arbeit. Denn ungeimpfte Angestellte müssen ebenfalls getestet werden, "was natürlich immer einen Aufwand bedeutet", wie Edgar Horn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ostalb, berichtet. Für ihn ist die Regelung mit den PCR-Tests "de facto ein Lockdown für Ungeimpfte". Dass das nicht wenige Kunden ausmacht, und sich entsprechend auf Umsätze auswirkt bestätigt auch er.

Keine Chance zu reagieren

Die Situation für Obermeister Bäuerle ist "insgesamt äußerst unzufriedenstellend". Denn seit Beginn der Pandemie sei die Zahl der Friseurbetriebe in der Aalener Friseurinnung geschrumpft. "Und die Tendenz geht weiter so." Gerade die kurzen Zeiträume, um sich auf neue Maßnahmen einzustellen, seien ein Problem. "Wenn etwas geändert wird, dann von heute auf morgen." Auch Kunden hätten so kurzfristig "keine Chance" um sich mit neuen Regeln zu arrangieren.

"Haarsträubend" sind für Bäuerle einige der Maßnahmen, die er durchsetzen muss. Etwa, dass er zu Impf- und Genesenennachweisen die Personalausweise seiner Kunden kontrollieren soll. Das sei auch aus Datenschutzgründen schwierig. "Da stehen Daten drin, die gehen mich nichts an."

Problem fürs ganze Handwerk

"Es ist eine riesen Bürde, die die Politik dem Handwerk auferlegt hat", sagt Horn. Und das nicht nur in der Friseurbranche, sondern generell. Aktuell bekomme er viele Anfragen aller möglicher Handwerksbetriebe. Fragen, was ungeimpfte Mitarbeiter vorweisen müssen oder ob sie überhaupt noch arbeiten dürfen, bekomme er dabei zu hören. "Einfach von heute auf morgen" seien diese Regelungen in Kraft getreten - die Betriebe müssen es ausbaden. "Das ist unserer Ansicht nach nicht richtig."

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