Gutachten: Bahnhalt Aalen West hat größtes Potenzial

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Auf Höhe Möbel Rieger soll der Bahnhalt West entstehen.
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Der Landkreis hat untersuchen lassen, wie viele Fahrgäste an zusätzlichen Halten auf der Remsbahn zu erwarten sind. Das sind die Ergebnisse.

Aalen

Schwäbisch Gmünd Ost, Hussenhofen, Essingen und Aalen West: Das sind die vier zusätzlichen Bahnhalte auf der Remsbahn, die der Ostalbkreis in Abstimmung mit dem Land hat untersuchen lassen. Ziel war, zu prognostizieren, an welchem Halt mit wie vielen Fahrgästen zu rechnen ist.

Das Ergebnis des Gutachtens wurde am Dienstag im Ausschuss des Kreistags für Umweltschutz und Kreisentwicklung vorgestellt. „Nach derzeitigem Stand können nur zwei weitere Halte zwischen Aalen und Schwäbisch Gmünd realisiert werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Der Bahnhalt Aalen West gelte bereits als gesetzt.

Landrat Dr. Joachim Bläse schickte vorweg: „Es geht nicht darum, eine Gemeinde auszuschließen, es heißt nicht entweder oder.“ Es gehe nur darum, wer ist in Phase 1 an der Reihe und wer in Phase 2.

Claudia Zimmermann vom Büro Bernard-Gruppe stellte die Ergebnisse vor. Sie erläuterte, dass darin eingeflossen ist, wie viele Menschen im Umkreis von einem Kilometer des Bahnhalts wohnen, wie viele Arbeitsplätze und weitere Anlaufpunkte es dort gibt. Zum Beispiel Schulstandorte, Einkaufsmöglichkeiten, Fitnessstudios oder weitere Freizeiteinrichtungen.

Schwäbisch Gmünd Ost: Für den Bahnhalt Schwäbisch Gmünd Ost ergibt das ein Potenzial von 582 Fahrgästen an einem normalen Werktag. Würde zusätzlich ein Pendelbus ins Schießtal eingerichtet, würden der Berechnung zufolge 722 Menschen den Bahnhalt nutzen.

Hussenhofen: 364 Fahrgäste werden für den Bahnhalt in Hussenhofen prognostiziert. Dort gibt es laut Zimmermann die Möglichkeit, einen Park-and-Ride-Parkplatz mit 50 Stellplätzen zu bauen. Ein Pendelbus ins Gewerbegebiet Gügling und ins geplante Gewerbegebiet Aspen sei möglich. Rechnet man Parkplatz und Pendelbus dazu, würden laut Zimmermann 714 Menschen den Bahnhalt an einem normalen Werktag nutzen.

Essingen: 290 Fahrgäste würden laut Gutachten den Bahnhalt Essingen an einem normalen Werktag nutzen. Mit einem Park-and-Ride-Parkplatz mit 200 Stellplätzen würden mehr Menschen von Essingen aus mit dem Zug fahren. 590 seien es dann, so Zimmermann.

Aalen West: Am geplanten Bahnhalt im Aalener Westen sieht das Gutachten das größte Potenzial. 604 Menschen werden ihn laut der Berechnung nutzen. Würde zusätzlich ein Pendelbus zur Hochschule eingerichtet, wären es 854 Fahrgäste an einem normalen Werktag.

Zimmermann sieht in den Halten Aalen West und Schwäbisch Gmünd Ost das größte Potenzial. Aber auch Bahnhalte in Hussenhofen und Essingen würden sich ihr zufolge lohnen. Bereits ab 200 bis 300 Fahrgästen täglich sei das der Fall. Im ersten Schritt empfiehlt sie, die Bahnhalte Gmünd Ost und Aalen West zu realisieren. Langfristig hält sie einen dritten weiteren Bahnhalt auf der Strecke für möglich. Eine alternierende Lösung - einmal hält der Zug in Hussenhofen, das nächste Mal in Essingen - sei vorstellbar.

Nikolaus Ebert (CDU) und Andrea Hatam (SPD) freuten sich darüber, die Zahlen nun zu haben. Gabriele Ceferino (Grüne) freute sich aus Aalener Sicht, dass der Bahnhalt Aalen West, das größte Potenzial hat. Schließlich sei der am weitesten, was die Planung angeht.  Herbert Witzany (Freie Wähler) ist „glücklich, dass wir vier Halte haben, die Potenzialhaben“. Einstimmig ermächtigte der Ausschuss die Verwaltung, die Realisierung der aussichtsreichsten Halte weitervoranzutreiben.

Die Zahlen im Überblick

Prognostizierte Fahrgastzahlen an einem normalen Werktag, Parkplätze und Pendelbusse eingerechnet in Klammer:

Schwäbisch Gmünd Ost: 582 (722)

Hussenhofen: 364 (714)

Essingen: 290 (590)

Aalen West: 604 (854)

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