Harald Salzer ist ein Motor des Wörter Fasnachtsumzuges

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Harald Salzer ist der Organisator des Wörter Fasnachtsumzugs und Mitglied der "Bösa Böck". Die handgeschnitzte Holzmaske der Gruppe zeigt einen Kopf eines Ziegenbocks.
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Im nächsten Jahr veranstalten die Rotachnarren ihren 77. Fasnachtsumzug. Die Anmeldung läuft und die Aktiven freuen sich, dass es endlich wieder losgeht.

Wört

Auf der Internetseite der Wörter Rotachnarren läuft der Countdown: noch 270 Tage bis zum 77. Fasnachtsumzug am 19. Februar 2023. Den Tag lässt sich in Wört wohl niemand entgehen. Schon gar nicht die Aktiven der zehn Fasnachtsclubs. 

Rund 300 aktive Narren bei einer Einwohnerzahl von knapp 1500 Personen, das bedeutet, dass an Fasnacht jeder fünfte Wörter ins Häs schlüpft.

Eine Zahl, mindestens so erstaunlich wie die 10 000 Besucher, die jedes Jahr am Fasnachtssonntag nach Wört kommen, um den Umzug zu erleben.  Warum ausgerechnet hier das Fasnachtsfieber so verbreitet ist, kann niemand besser erklären als Harald Salzer.

Der 54-Jährige organisiert seit Jahren den Umzug und schlüpft selbst unter die Maske der „Bösa Böck“. Das ist eine Brauchtumsgruppe, mit einer von Markus Thor entworfenen, hölzernen Larve, die sich auf den Spruch bezieht: „In Bösenlustnau, da ist der Himmel blau, da tanzt der Ziegenbock mit seiner Frau im Unterrock.“

Man muss wissen, dass Bösenlustnau quasi der evangelische Vorort des katholischen Wört ist. Und dass es dort den Landgasthof „Lustnau“ gibt, Schauplatz fröhlicher Feste bis heute.

Die Fasnacht lebt von alten Traditionen, von Rivalitäten und auch von konfessionellen Unterschieden. Doch die Behauptung, Protestanten verstünden keinen Spaß und lehnten die Fasnacht ab, trifft in Wört nicht zu, versichert Salzer: „Bei uns machen viele aus Bösenlustnau mit.“

Und viele Besucher des Umzuges kommen aus dem angrenzenden Franken, wo es außer in Schopfloch kaum traditionelle Fasnachtsgruppen gibt.

Seit 2020 waren die Aktivitäten allerdings sehr eingeschränkt, bedauert Salzer. Die Pandemie hat den zweimal Umzug verhindert. 2022 war nur ein kleines Stelldichein der Narren um den Dorfweiher möglich. Im kommenden Jahr soll kräftig nachgefeiert werden, am Fasnachtssonntag beim 77. Umzug der Rotachnarren.

Und wenn die Gemeinde 2024 die 1000-Jahrfeier begeht, lassen sich die Rotachnarren bestimmt auch etwas einfallen.

Bekannter Kopf

Er ist der wohl bekannteste Wörter: Prof. Dr. Dr. h. c. Hubert Wolf, Jahrgang 1959, in Wört geboren, in Ellwangen Abitur, 1985 zum Priester geweiht. Er ist seit 1999 Professor für Kirchengeschichte an der Wilhelms-Universität Münster. Seine Bücher zu den Archiven des Vatikan sind Bestseller. Er wurde mit dem Leibnizpreis und dem Sigmund-freud-Preis ausgezeichnet. Bei aller Berühmtheit ist der Wörter Ehrenbürger bis heute seiner Heimat verbunden.

Instagram-Fotomotiv

Der Turm der heutigen Kirche stammt in seinen Fundamenten noch aus romanischer Zeit. Ein Kreuzgewölbe im Untergeschoss (heute Ministranten-Sakristei) zeigt, dass sich hier einst der Chor mit dem Altar befand. Im 30-jährigen Krieg erlitt die Kirche schwere Beschädigungen und wurde im 17. und 18. Jahrhundert wieder erneuert. Ihre heutige architektonische Gestalt erhielt sie 1876. Größere Restaurierungen waren 1956, 1984 und letztmals 2006.

Schon gewusst?

Ein Karpfen ist das Wappentier von Wört, ihn und andere Fische findet man aber nicht nur im Dorfweiher und in der Rotach, sondern auch an der Treppe zum neuen Rathaus. Das Kunstwerk, das der Künstler Rudolf Kurz geschaffen hat, wurde 2015 mit dem Neubau des Rathauses in die Pflasterung eingelassen. Es steht für die Gemeinde, aber auch für den Fisch als christliches Symbol. Die Skulptur steht somit als Verbindung von kirchlicher und weltlicher Gemeinde.

Bei uns machen viele aus Bösenlustnau mit.“

Harald Salzer, aktiv bei „Bösa Böck“
Der Fisch ist das Wappentier von Wört. Und an der Treppe zum Rathaus schaut er sogar aus dem Pflaster.
Die Wörter St. Nikolauskirche erstrahlt in Blau-Gelb.
Prof. Dr. Hubert Wolf: seine Vorträge sind begeisternd.

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