RS-Virus - Kliniken am Limit

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ARCHIV - 25.11.2021, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein am Respiratorischen Synzytial-Virus (RS-Virus oder RSV) erkrankter Patient liegt auf einer Kinderstation des Olgahospitals des Klinkums Stuttgart in einem Krankenbett. Die Kinderkliniken in Deutschland haben aktuell große Schwierigkeiten, alle schwerstkranken kleinen Patienten zu versorgen. (zu dpa «Kinderkliniken am Limit wegen Welle von Atemwegsinfekten») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Zimmer und Pflegekräfte aus dem Erwachsenenbereich werden notfalls zur Versorgung von Kindern genutzt. Bis Sonntag keine Entbindungen an der Ellwanger Virngrundklinik.

Aalen. Das Respiratorische Synzytial Virus, kurz RSV, ist inzwischen auch auf der Ostalb ein ernstes Problem geworden. Der medizinische Vorstand der Kreiskliniken, Professor Dr. Ulrich Solzbach, sagte im Klinikausschuss, dass man langsam an Grenzen stoße. Manpower und Platz, um erkrankte Kinder zu behandeln, würden langsam knapp, sagte er. Rolle die Welle weiter mit unveränderter Intensität, dann müssten die Ostalb-Kliniken „Kräfte und drei, vier oder fünf Zimmer aus dem Erwachsenenbereich für die Versorgung von Kindern einsetzen. Vielleicht müssen wir dann alles runterfahren und geplante OPs verschieben, denn die Versorgung von Kindern hat oberste Priorität, sie dürfen auf keinen Fall Schaden nehmen“. Die RSV-Welle sei nach einigen eher milden Jahren in diesem Jahr richtig stark geworden, sagte Solzbach, aber er sagte auch: „Wir kriegen das hin.“ CDU-Fraktionschef Dr. Gunter Bühler bestätigte die Wucht der RSV-Welle. Ein Kinderarzt in Bopfingen habe allein an einem Tag 130 Kinder behandelt, so viele an einem Tag, wie noch nie in seiner jahrzehntelangen Berufstätigkeit. Bühler bat darum, beim neuen Klinikkonzept räumlich auch an eine solche Ausnahmesituationen zu denken.

Aktuelle Entwicklung: Landrat Dr. Joachim Bläse sagte am Mittwoch im Sozialausschuss, dass die RSV-Welle inzwischen so stark sei, dass an den Kreiskliniken Personal konzentriert werden musste. Daher seien bis mindestens einschließlich dieses Sonntags an der Ellwanger Virngrundklinik keine Entbindungen möglich. Entbindungen gebe es bis dahin nur an der Stauferklinik und am Ostalb-Klinikum. Die Kinderstationen in Aalen und Mutlangen seien nun erweitert worden, zulasten von Erwachsenenstationen, einige geplante OPs hätten bereits verschoben werden müssen.⋌Martin Simon

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