Erinnerungen

So schmeckt Fasnet

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Kuno Staudenmaier über Genuss mit und Gefahr durch Fasnetsküchle.

Keine Konfettikanonen, keine Luftschlangen und kein Bonbonregen am Fasnetsdienstag. So manche Narren trifft das hart. Für sie gibt es nur ein Alternativprogramm: Schwelgen in der Fotosammlung vergangener Fasnetserlebnisse, vielleicht mal ein Blick auf die dritte Wiederholung von Mainz bleibt Mainz. Und zurück in die Gegenwart, denn es gibt sie auch in Zeiten des Unterhaltungsentzugs: die Fasnetsküchle. Der Duft des frischen Gebäcks lässt die Erinnerungen aufleben. Eine kleine Entschädigung für den verordneten Fasnetsentzug.

Warum nicht eintauchen in Geschichten von früher. Als Fasnetsküchle zuhause eine Mahlzeit ersetzten. Als die Oma am Herd stand und die Teigrohlinge im Fett verschwinden ließ. Die kurze Zeit später aus dem sprudelnden Fett auftauchten und noch fast heiß ein ganz besonderer Genuss waren? Falls die Oma alles richtig gemacht hat. Ich erinnere mich an einen Zwischenfall, der das Küchle-Essen zur Nebensache werden ließ. Der holzbefeuerte Herd nahm es nämlich übel, wenn Fett verspritzt wurde. Sie war einen Moment unvorsichtig. Die Folge: Eine Stichflamme schoss aus dem Herd. Kein Drama, das passierte ab und zu. Nur Unerfahrenheit hätte zum Küchenbrand geführt. Es genügte, den Topf vom Feuer zu ziehen, den Deckel draufzulegen und die brennenden Ölreste mit einem Tuch zu ersticken. Für die zuschauenden Kinder ein Erlebnis, das sie nie vergessen. Das ihnen aber den Appetit auf die Fasnetsküchle nicht nimmt. Höchstens die Lust, selbst am Herd zu stehen. Auf diese Tradition verzichten heute die meisten Freunde der Fasnetsküchle. Auf das Gebäck selbst aber nicht. Das gibt es zu dieser Jahreszeit in vielen Bäckereien zu kaufen. Ganz unbeeindruckt vom Lockdown.

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