Trotz Impfaktionen: Weniger Erstimpfungen auf der Ostalb 

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Wie die Pop-Up-Impfaktionen angenommen werden und welchen Appell der Landrat an die Bürger richtet. Weitere Impfaktionen am Wochenende am Aalener Kino und am Kaufland in Aalen und Gmünd geplant.

Aalen. Ganz spontan und ohne Termin eine Covid-Impfung erhalten, war vor gut sechs Wochen noch utopisch. Nun gibt es Impfungen in Baden-Württemberg und vor allem auch im Ostalbkreis fast überall ganz ohne langes Warten. Mittlerweile schießen sogenannte Pop-Up-Impfzentren und spontane Impfaktionen wie Pilze aus dem Boden. Sowohl im Kreisimpfzentrum als auch auf dem Parkplatz beim Supermarkt. So auch etwa am vergangenen Wochenende am Kaufland in Aalen und Schwäbisch Gmünd. An beiden Standorten wurden am Samstag jeweils etwas über 100 Impfungen durchgeführt, teilt Landratsamtssprecherin Susanne Dietterle mit. „In dieser Größenordnung haben wir gerechnet, aber natürlich vorsorglich noch weiteren Impfstoff vorrätig gehabt.“ Geimpft wurde dort mit dem Vakzin Johnson & Johnson – Impfstoff, der für jeden Erwachsenen ab 18 Jahren von der Stiko empfohlen wird. Etwa 50 weitere Kinder und Jugendlichen, die dort geimpft werden wollten, wurden an das Kreisimpfzentrum verwiesen „zur Impfung mit Biontech“, so die Kreissprecherin weiter.

Wenn wir es nicht schaffen, mehr Menschen zum Impfen zu motivieren, dann fürchte ich, werden die Zahlen spätestens mit Ende der Sommerferien wieder steil nach oben gehen.“

Landrat Dr. Joachim Bläse

Einer der Gründe für die vermehrt stattfindenden Impfaktionen seien einerseits das gesunkene Interesse an einer Impfung. „Wir vermuten, dass dies mit den aktuell niedrigen Inzidenzen und den damit einhergehenden Lockerungen, teils auch ohne Testpflicht, einhergeht“, so Dietterle weiter. Dass das Impfinteresse deutlich sinkt, zeige auch die Zahl der Erstimpfungen in den vergangenen sieben Tagen im Kreis. Die Anzahl der Impfungen im Kreisimpfzentrum, der mobilen Impfteams und niedergelassene Ärzte lag bei 2585 für die Erstimpfung und 11.182 Zweitimpfungen in der vergangenen Woche.

Dabei könnte viel mehr geimpft werden. Im Schnitt wurden in den letzten Tagen im KIZ etwa 660 Impfdosen pro Tag verimpft. Davon seien nur knapp zehn Prozent für Erstimpfungen verwendet worden, teilt Dietterle weiter mit.

Neuinfektionen auf der Ostalb steigen wieder

Die Ostalb nähert sich einer Inzidenz von 10, was neue Einschränkungen bedeuten würde – zum Beispiel bei der Kontaktbeschränkung. Erlaubt wären dann nur noch 15 Personen aus maximal vier Haushalten. „Wenn wir es nicht schaffen, mehr Menschen zum Impfen zu motivieren, dann fürchte ich, werden die Zahlen spätestens mit Ende der Sommerferien wieder steil nach oben gehen“, sagt Landrat Dr. Joachim Bläse. Daher setzt die Kreisverwaltung auf niederschwellige Impfangebote. Wichtig für den Landrat sei es, dass Bund und Land nun die Kriterien für die „neue Normalität“ definieren müssen. Denn bislang gelten immer noch die Inzidenzwerte und Regelungen wie vor der Impfkampagne.

Weitere Impfaktionen geplant

Weitere Pop-Up-Impftermine mit dem Vakzin Johnson & Johnson sind geplant: An den Kauflandfilialen in Aalen und Schwäbisch Gmünd am Samstag, 24. Juli, zwischen 10 und 17 Uhr sowie am Freitag, 23. Juli, von 16.30 bis 23.30 Uhr am Kinopark in Aalen.

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