Unstimmigkeiten um die Inzidenz im Ostalbkreis

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An zwei Tagen im Dezember war die offiziell gemeldete Inzidenz im Ostalbkreis deutlich niedriger, als in Wirklichkeit.
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Warum an zwei Tagen im Dezember das Landesgesundheitsamt falsche Werte meldete.

Aalen. Das Landesgesundheitsamt hat trotz wissentlich unklarer Datenlage im Dezember an zwei Tagen eine Inzidenz für den Ostalbkreis vermeldet, die nicht stimmte. Offenbar wurden vom Landkreis am 2. Dezember und am 6. Dezember keine neuen Fälle an die Landesbehörde übermittelt. Dies führte dazu, dass der am Montagabend vom Landesgesundheitsamt veröffentlichte und am Dienstag in der Zeitung abgedruckte Wert von 528 deutlich niedriger war, als es eigentlich der Fall gewesen wäre. Denn die Behörde rechnete quasi eine Sieben-Tage-Inzidenz auf Basis von sechs Tagen - der siebte Tag ging mit null neuen Fällen in die Statistik ein.

Beim Landratsamt in Aalen nennt man technische Probleme als Ursache. Am Donnerstag, 2. Dezember, habe es wegen eines Ausfalls einer Netzwerkkomponente einen Blackout der gesamten Telefonie und weitere Systemausfälle im Aalener Landratsamt sowie anderen Teilen der Kreisverwaltung gegeben, die bis in den frühen Abend andauerten. "Deshalb konnte unser Gesundheitsamt die Corona-Neuinfektionen nicht ans Landesgesundheitsamt melden", sagt Pressereferentin Susanne Dietterle.

Am Montag, 6. Dezember, habe das Gesundheitsamt die Zahlen gemeldet, doch die seien nicht beim Landesgesundheitsamt angekommen - eine Fehlermeldung habe es nicht gegeben, so Dietterle. Somit stimmte die offizielle Inzidenzzahl an diesen beiden Tagen nicht, da das Landesgesundheitsamt trotzdem eine Inzidenz berechnete - ohne aktuelle Werte. Beim zuständigen Regierungspräsidium in Stuttgart bestätigt Sprecherin Josephine Palatzky das Vorgehen: " Die berechnete 7-Tage Inzidenz fällt für die Tage der ausgefallen Übermittlung entsprechend geringer aus. Übermittlungen am Folgetag korrigieren diesen Fehler."

Wie groß die Abweichungen sein können, zeigen unsere eigenen Berechnungen auf Basis der vom Landratsamt veröffentlichten Zahlen. Demnach lag die Inzidenz im Ostalbkreis am Montag und Dienstag knapp über 600 - während der offizielle Wert am Montag nur 528 lautete. Da die neue Corona-Verordnung für Landkreise mittlerweile eine Schwelle von 500 definiert, ab der auch unabhängig der landesweiten Inzidenz und Stufe, härtere Maßnahmen ergriffen werden können, ist die Inzidenz der Neuinfektionen, neben der Hospitalisierungsinzidenz, weiterhin ein wichtiger Indikator.

Die Grafik zeigt den Verlauf der Inzidenz im Ostalbkreis anhand unserer eigenen Berechnungen

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