Was Pilzsammler im Ostalbkreis beachten sollten

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Wo Sammler in dieser Pilzsaison im Ostalbkreis fündig werden und was sie beim Sammlen der Schwämme berücksichtigen sollten.

Aalen. Die Pilzsaison ist in vollem Gange. Aber Sammler haben einiges zu beachten: Welche Pilze sind genießbar? Wie sind die rechtlichen Rahmenbedingungen? Und wo findet man im Ostalbkreis Speisepilze? Martin Ripberger ist Pilzsachverständiger aus Aalen und gibt Tipps, wie man erfolgreich und sicher Pilze findet.

Eines vorweg: Auch im Ostalbkreis finde man nicht nur Speisepilze, so Ripberger, sondern auch Giftpilze. "Der Spitzgebuckelte Raukopf hat man wegen dem regenreichen Jahr zum Beispiel vermehrt." Auch den giftigen Grünen Knollenblätterpilz finde man vermehrt im Ostalbkreis.

Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass Pilzsammler in diesem Jahr auf eine besonders große Ausbeute hoffen können. "Pilze brauchen Feuchtigkeit, aber auch Wärme, um wachsen zu können", erläutert Ripberger. Regen gab es im Ostalbkreis viel in diesem Jahr – das Artenreichtum sei dadurch in dieser Saison überdurchschnittlich. Besonders Pfifferlinge finde man vermehrt. "Aber Steinpilze sind beispielsweise nicht so üppig da", so Ripberger.

Wenn das Wetter weiterhin so kalt bleibt, schwinde die Hoffnung auf eine lange Pilzsaison, die bis in den November reicht. "Aber es ist nicht so, dass es nichts mehr gibt, an diesem Wochenende kann man es auf jeden Fall nochmal probieren", betont Ripberger. Denn die meisten Pilze wachsen so lange, bis der erste Bodenfrost kommt. Dennoch finden Experten auch einzelne Arten im Winter, zum Beispiel den Austernpilz. Das sei aber eher etwas für Fortgeschrittene.

Rezept: Ofenkartoffel mit Pfifferlingen

Pilze für Anfänger

Es gibt aber auch Pilze für Anfänger, etwa die bekannten Pfifferlinge oder der Steinpilz. Ripberger empfiehlt Anfängern aber ausdrücklich, immer mit dem Sammeln von Röhrlingen zu beginnen. "Das sind ganz typisch ausgebildete Pilze mit Hut und Stil", erläutert er. "Davon gibt es eigentlich nur eine giftige, aber sehr seltene Art, den Satansröhrling." Von besagtem Satansröhrling, so Ripberger, bekomme man etwa heftige Bauchschmerzen. Der falsche Pilz im Korb könne allerdings auch ganz klar zum Tod führen – etwa der Grüne Knollenblätterpilz.

Darüber hinaus sollten Anfänger auf jeden Fall mehrere Bilder der Pilze in Büchern oder im Internet anschauen. "Erst wenn man die Art mehrmals gesehen hat und auch mit giftigen Doppelgängern mehrmals verglichen hat, sollte man sie sammeln", empfiehlt der Pilzexperte. Alles andere sei zu früh. Zudem sollten Neulinge an Schulungen von Pilzsachverständigen teilnehmen. Bei diesen können sie ihre Fundstücke auch vorlegen, um eine sogenannte Pilzkorbkontrolle durchführen zu lassen.

Pilze im Ostalbkreis

"Bestimmte Pilze brauchen zum Wachsen bestimmte Bäume und Bodenverhältnisse", erzählt Martin Ripberger. Im sauren Nadelwald wachsen etwa andere Arten als auf der Schwäbischer Alb, auf der vor allem Laubbäume heimisch sind.

Der Pfifferling ist etwa ein Speisepilz, der in sauren Nadelwälden wächst. Wichtig dabei sei, dass der Wald nicht vom Nährstoffeintrag – also etwa der Belastung von Dünger durch umliegende Landwirtschaft – betroffen ist. "Naturbelassene saure Nadelwälder findet man vor allem im Schwäbischen Wald", empfiehlt der Pilzsachverständige. Dort gebe es nicht nur typische Speisepilze, sondern auch vom Aussterben bedrohte Arten.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Bundesartenschutzverordnung legt dabei fest, welche Pilze gesammelt werden dürfen und wie viele davon. Grundsätzlich gilt: Pilze dürfen nur in geringem Maße für den Eigenbedarf gesammelt werden. Dabei handelt es sich um rund ein Kilo pro Tag.

Komplett geschützte Arten, wie etwa Saftlinge, die heutzutage nur noch auf Wiesen vorkommen, die als Naturschutzgebieten ausgewiesen sind, dürfen gar nicht gesammelt werden. "Die sind stark rückläufig, weil es kaum noch Wiesen mehr gibt, wo die Bedingungen zum Wachsen erfüllt sind", sagt Ripgerger.

  • Pilzsachverständige in der Region
  • Im Ostalbkreis gibt es eine Reihe Pilzsachverständiger, bei denen Interessierte Informationen zum Sammeln und Essen von Pilzen erhalten. Unter anderem bietet Dr. Lothar Krieglsteiner in Ruppertshofen Seminare in seiner Pilzschule an. Mehr Informationen unter www.pilzkunde.de. Außerdem bieten die jeweiligen Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins und des Naturschutzbunds Informationen an.
Rezept: Ofenkartoffel mit Pfifferlingen

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