Wo Carina Vogt das Fliegen gelernt hat

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Beeindruckender Ausblick vom Kreuzberg auf den Albtrauf mit dem Messelstein und, weiter rechts, der Burg Teck. Unten im Tal liegt Nenningen, ein beschaulicher Ort, der zur Stadt Lauterstein gehört.
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Unsere Empfehlung für eine schöne Herbstwanderung: eine Tour mit Start und Ziel im beschaulichen Degenfeld mit ganz viel Aussicht.

Schwäbisch Gmünd-Degenfeld

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Das wusste schon der alte Hesiod, ein griechischer Dichter, der vor 2700 Jahren gelebt haben soll. Und die Griechen sind ja Klassiker. Klassikerpotenzial hat auch diese Wanderung in der "abgesteckt"-Reihe: Sie beginnt, wo die Karriere von Carina Vogt, Olympiasiegerin im Skispringen, ihren Ursprung nahm. In Degenfeld, wo die kleine Carina im zarten Alter von sechs Jahren mit dem Skispringen begann: im Kinderferienprogramm war das.

Aufstieg: Dort, unterhalb dieser mithin geschichtsträchtigen Skischanzen, kann man parken. Und loswandern. Schweißtreibend geht's hoch in Richtung der Schanzen. Wir machen es auf die harte Tour: direkt die Treppen hoch, die zum großen Schanzenturm führen. Es sind 219 Stück. Ziemlich sicher.

Seit fast 100 Jahren gibt es in Degenfeld Skischanzen. Prunkstück ist die große Kaltefeldschanze, eröffnet im Jahr 2017 durch einen Sprung von, klar, Carina Vogt. Die Schanzen ragen imposant in den Himmel. Das Schlimmste haben wir. Und wandern weiter in Richtung Galgen- und Kreuzberg, immer entlang an der Traufkante, die wunderbare Ausblicke bietet.

Brotzeit: Ein guter erster Platz, um ein Päuschen zu machen, und den Elektrolythaushalt auf Vordermann zu bringen, ist an der Kreuzberghütte, erbaut im Jahr 1925 vom Deutschen Alpenverein, genauer: von der Sektion Hohenstaufen/Göppingen. Sie liegt auf einer Höhe von 710 Meter. Die Hütte ist bewirtschaftet – aber nicht immer. Infos gibt unter www.dav-hohenstaufen.de/kreuzberghuette. Man kann dort aber einfach auch draußen Platz nehmen und eine mitgebrachte Brotzeit genießen. Das ist sowieso immer gut. Eine Grillstelle gibt's dort ebenso.

Ausblick: Gestärkt geht es weiter entlang des "Blicklesweges" in Richtung Kreuzberg, wo, erwartbar zwar, doch dennoch beeindruckend, ein großes Kreuz steht. Errichtet im Gedenken an Pfarrer Gebhard Ascher, Ehrenbürger der Stadt Lauterstein, auf deren Teilort Nenningen mit der St.-Martinus-Kirche im Zentrum man von dort aus herabschauen kann. Man sollte sich Zeit nehmen. Die Aussicht vom 717 Meter hohen Kreuzberg ist gigantisch: Man blickt über die Albkette vom Messelstein bis hin zur Teck auf der einen Seite.

Mit diesen Eindrücken gehen wir weiter, beseelt, beschwingt – jetzt über den Kuhbergsattel in Richtung Kaltes Feld und Degenfeld, aber auf der anderen Seite des Berges – rechts vom Bänkle, wenn man in Richtung Nenningen schaut. Über eine schöne Heide mit Kräutern und Wacholderbüschen geht's zur Hochfläche Kaltes Feld, die Schanzen diesmal rechts liegen lassend.

Einkehr: Das Kalte Feld ist ziemlich weit oben. 780 Meter über dem Meer misst die Erhebung, die höchste in Ostwürttemberg. Wir begegnen Schafen, und etwas weiter Menschen, die Würstchen grillen. Und machen Station an der Degenfelder Skihütte, wo es hervorragende Kuchen gibt. Einkehrmöglichkeiten bieten auch das Knörzerhaus (Montag und Dienstag Ruhetag) und das Franz-Keller-Haus des Schwäbischen Albvereins (geöffnet an den Wochenenden, in den Herbstferien täglich).

Von dort wandern wir gemächlich wieder hinunter nach Degenfeld – und haben eine traumhafte Tour hinter uns mit gut zehn Kilometern Länge und knapp 400 Höhenmetern. Wir haben dreieinhalb Stunden gebraucht. Es geht schneller, wenn man nicht schaut. Aber das wäre ein Fehler, ein vermeidbarer.

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Und das ist sie: die große Skischanze von Degenfeld, im Jahr 2017 eröffnet mit einem Sprung von Olympiasiegerin Carina Vogt.
Vom Kreuzberg geht es weiter in Richtung Kuhbergsattel mit seiner schönen Heidelandschaft.
Der Streckenverlauf dieser Wanderung.
Tierisch gutes Wetter auf der Schafweide beim Kalten Feld.

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