100 Tüten für Leib und Seele

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Das Mahlzeit-Team der evangelischen Kirchengemeinde hielt am Sonntag Leckereien zum Abholen im Kirchgarten bereit.

„Mahlzeit – Kirche, die mir schmeckt“ war das Motto des Teams, das am Sonntag Leckereien „to go“ bot.

Heubach. „Ich bin sehr gespannt, wie es angenommen wird“, stellte der evangelische Pfarrer Rudolf Spieth fest, während er einen Blick zu den vorbereiteten Tüten warf. Denn eigentlich hatte man am Sonntag etwas ganz anderes für die Besucher vorbereiten wollen. „Aber bei einer Inzidenz von 200 ist das einfach nicht möglich“, bedauerte Doris Wahl. Doch das Mahlzeit-Team ließ sich etwas anderes als ein Picknick im Kirchgarten einfallen. Kurzerhand wurden Tüten voller Leckereien „to go“ vorbereitet.

Was sich darin befand? Eine Landgurke, eine Karotte, ein Schokoriegel, ein frischer Dip aus Schmand und Gewürzen, ein frisches Brötchen, aber auch etwas für die Seele. Nämlich ein Gruß vom Team und ein Tischgebet. Insgesamt 100 Tüten wurden so gepackt. Und wurden zum sichtbaren Zeichen dafür, dass es das Mahlzeit-Team „noch gibt“, wie Doris Wahl beschrieb. Denn das sollte der Sinn der Aktion sein. Rund eine Woche bereitete das zehnköpfige Mahlzeit-Team die Tüten vor. Was etwa damit begann, dass die Tüten eigenhändig beklebt wurden mit der Aufschrift: „Mahlzeit – Kirche, die mir schmeckt“.

Die 100 Tüten dezimierten sich nach und nach. Zwischen elf und zwölf Uhr, nach dem Gottesdienst, der per Live-Stream und Internet „live“ in die Wohnzimmer der Gläubigen gesandt worden war, wurden die Leckereien abgeholt. Immer wieder kamen Besucher vorbei, um sich ihre Tüte gegen eine Spende, wenn gewollt, abzuholen. Corona-konform. „Ich finde diese Aktion sehr gut“, freute sich so etwa die Heubacherin Marie-Jeanne Vogel. „Die trauen sich was, und verschwinden wegen Corona nicht in der Deckung“, beschrieb sie. „Und deshalb begrüße ich jede Aktion, die gemacht wird.“

Diakon Lars Wittek kam nach dem Gottesdienst, der nicht in Präsenz von Besuchern abgehalten werden konnte, ebenfalls auf den Kirchhof. Er stellte Muhammad Raza an seiner Seite vor. „Er wird kommenden Sonntag die Kamera bedienen, kündigte Wittek an. Der 21-Jährige, vor zwei Jahren aus Pakistan geflüchtete, nickte begeistert. Er hatte sich auf die Suche nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit umgeschaut – und war bei der St.-Ulrich-Kirche fündig geworden. „Das ist schön“, lächelte er.

Vieles ist anders

Wiederum Pfarrer Rudolf Spieth bemerkte, dass es insgesamt 73 Klicks beim Online-Gottesdienst gegeben habe. Und wechselte auch gern ein paar Worte mit Besuchern, die sich ihre Tüte abholten. „Vieles ist neu in dieser Zeit. Anders. Aber auch gut“, beschrieb der evangelische Geistliche. Und fügte an, dass noch bis Pfingsten Online-Gottesdienste gemacht werden.

Zwar konnte so nicht das schon traditionelle Picknick im Kirchgarten mit offenem Buffet gemeinsam unternommen werden, aber durch die Tüten, die etwas für den Leib und die Seele beinhalteten, konnte man es nun eben zuhause, für sich, erleben. Anja Jantschik

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