Aufzüge am Böbinger Bahnhof nicht in Sicht

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Der Bahnhof in Böbingen. rechts der Park-&-Ride-Parkplatz, von dem aus es keinen barrierefreien Zugang zu den Bahngleisen gibt. Und das ist laut Gemeinde nicht der einzige Mangel, der wohl bis auf absehbare Zeit nicht behoben werden kann.
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Um die Barrierefreiheit am Böbinger Bahnhof ist es schlecht bestellt. Die Verwaltung beklagt angesichts unzureichender Förderprogramme fehlenden politischen Willen.

Böbingen. Wer vom Park-&-Ride-Parkplatz zu den Gleisen will, muss Treppen steigen. Wer vom Bahnhofsvorplatz zu den Gleisen 2 und 3 will, ebenfalls. Um die Barrierefreiheit am Böbinger Bahnhof steht es schlecht. Und damit ist die Liste der, sagen wir mal, ausbaufähigen Elemente, noch nicht am Ende. Die Verwaltung möchte den Gemeinderat am kommenden Montag, 25. April, über den aktuellen Stand informieren.

Aufzüge erst ab 1000 Fahrgäste

In der Sitzungsvorlage heißt es, die Gemeinde habe sich in den Jahren 2018 und 2019 für das „zweite Bahnhofsmodernisierungsprogramm“ des Landes beworben, sei aber nicht berücksichtigt worden. Wichtigste Aufgabe in Sachen Barrierefreiheit sei laut Verwaltung, den Zugang zu den Gleisen 2 und 3 durch Aufzüge barrierefrei zu gestalten. Eine solche Maßnahme sei in dem aktuellen Programm des Landes derzeit für Böbingen aber ohnehin nicht zu erreichen, sondern nur für Bahnhöfe mit mehr als 1000 Fahrgäste. Einzig die Barrierefreiheit vom Bahnsteig in den Zug könne geschaffen werden. Die Differenz betrage in Böbingen aber nur 17 Zentimeter, was nach Maßgaben der Deutschen Bahn „als Toleranz für Barrierefreiheit eingestuft wird“. Eigentlich, so die Verwaltung, könne hier auch eine mobile Rampe Abhilfe schaffen. Das Programm hätte der Gemeinde Böbingen somit „kaum Vorteile gebracht“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Wie die Verwaltung schreibt, lägen die Kosten für zwei Aufzüge nach Angaben der Bahn bei 6,5 Millionen Euro. Notwendig wäre eigentlich noch ein weiterer Aufzug für die Fahrgäste, die vom nördlichen Parkplatz kommen: weitere Kosten: 2,3 Millionen Euro. Die jährlichen Unterhaltungskosten für diesen dritten Aufzug müsste die Gemeinde übernehmen, sie geht hier von rund 25 000 Euro pro Jahr aus.

Weiteren Verbesserungsbedarf sieht die Verwaltung bei den recht kurzen Überdachungen an den Gleisen, die „wesentlich verlängert“ werden müssten und in einer Umgestaltung der Unterführung, die „derzeit nicht einladend ist“.

„Fehlender politischer Wille“

Das Regierungspräsidium habe die mögliche Förderung der Aufzüge und der Verlängerung der Überdachung kalkuliert. Die Gemeinde Böbingen hätte im besten Fall einen Eigenanteil von rund 5,35 Millionen Euro zu erbringen, bis zu 7,5 Millionen im schlechtesten Fall. In beiden Fällen sei der Anteil „unzumutbar hoch“. Die Gemeinde Böbingen müsse darauf hoffen, „dass sie im Zusammenhang mit der Mobilitätswende dauerhaft 1000 Fahrgäste täglich erreicht oder dass die Fördergelder entsprechend angepasst werden“. Allzu optimistisch scheint die Verwaltung nicht zu sein. Abschließend heißt es: Es müsse festgehalten werden, „dass der politische Wille nicht ausreichend hoch ist, Menschen verstärkt mit der Bahn zu befördern“.

Der Gemeinderat tagt am Montag, 25. April, ab 18.30 Uhr im Bürgersaal.

Weitere Themen sind die Erneuerung der Klotzbachbrücke, die Modernisierung der Straßenbeleuchtung und die Herausforderungen bei der Kinderbetreuung.

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