Bartholomä plant Kindi-Erweiterung

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Der Kindergarten "Fantadu" in Bartholomä.
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Gemeinde Bartholomä stellt Zuschussantrag für Erweiterung des Kindergartens Fantadu. Die Finanzierung ist noch nicht gesichert. So sieht der Vorentwurf des Architekten aus.

Bartholomä

Wo kann in Bartholomä eine weitere Kindergartengruppe entstehen? Dieser Frage ging Architekt Jochen Hermann aus Lorch in einer Machbarkeitsstudie auf den Grund. Sowohl bezüglich einer Erweiterung im katholischen Kindergarten „Arche Noah“ als auch im evangelischen Kindergarten „Fantadu“. Dabei stellte sich heraus, dass aus Gründen der Barrierefreiheit der katholische Kindergarten ausscheidet. So fiel der Fokus auf die Einrichtung „Fantadu“.

Bislang nur nichtöffentlich thematisiert, präsentierte der Architekt in der vergangenen Gemeinderatssitzung nun öffentlich den Vorentwurf einer Erweiterung des evangelischen Kindergartens „Fantadu“.

Es zeigte sich, dass der Planer die künftige Entwicklung, auch bezüglich der benachbarten Grundschule, gleich mitbedachte. Denn im Westen des Kindergartens soll eine Mensa angebaut werden, die auch von den Grundschülern benutzt werden soll. Im Osten, zur Marktwiese hin, präsentiert sich die neue Kindergartengruppe. Ebenfalls in der Planung bedacht ist aber auch eine etwaige, weitere Anbaumöglichkeit, sollte in Zukunft noch eine vierte Gruppe im „Fantadu“ eingerichtet werden müssen. Diese könnte unterhalb der neuen, dritten Gruppe im Osten angedockt werden. Die Funktionalität und die Zukunft im Blick, wird es auch einen größeren Personalraum und weitere Funktionsräume geben, um der künftige Entwicklung bei der Betreuung Rechnung zu tragen.

Denn die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung wachse stetig, erinnerte Bürgermeister Thomas Kuhn an die Ergebnisse der Elternumfrage, die die Gemeinde vorab durchgeführt hatte. Schließlich will man nicht an der Realität vorbeiplanen. „Die Devise lautet: Immer jünger und immer länger“, erklärte Kuhn. Sprich, die Eltern wollen ihre Kinder immer jünger in die Betreuung geben – und die Betreuungszeit soll immer länger sein. Der Gesetzgeber tue sein Übriges, ab 2026 werde die Ganztagsbetreuung an der Grundschule verpflichtend. So werde der Bau einer Mensa unumgänglich. Wobei es durch die Kindergartenerweiterung dann inklusive der Mensa Synergieeffekte geben wird. Da Schüler und Kindergartenkinder darin ihr Mittagessen erhalten.

Unterm Strich soll es durch die Anbauten insgesamt 387 Quadratmeter neue Nutzungsfläche im „Fantadu“ geben. Der Blick auf die Kostenberechnung zeigt, dass 2,3 Millionen Euro für das Bauvorhaben investiert werden müssen. „Wir haben diese nach bestem Wissen und Gewissen erstellt“, bemerkte der Architekt. Denn die aktuellen Preissteigerungen zeigen eine steile Kurve nach oben. Architekt  Hermann warnte eindringlich davor, dass Vorhaben zu verschieben. Sein Argument war, dass die Preise auch im kommenden Jahr nicht über Nacht in den Keller gehen, sondern noch weiter anziehen.

Als „schön, ansprechend, gefällig und richtig gut gelungen“, beschrieb Bürgermeister Thomas Kuhn die Planung. Mit Blick auf den Anbau der Mensa im Westen und einem Gruppenraum im Osten, sowie einer Option auf das Andocken einer weiteren, etwaigen Gruppe und funktionalem Umbau im Bestand stellte er fest: „Ich bin richtig begeistert.“ Sprach aber auch Tacheles zur Finanzierung. „Diese ist heute noch nicht gesichert. Wir brauchen mindestens 50 Prozent Zuschuss aus dem Ausgleichstock (Landesbeitrag für finanzschwache Kommunen). „Der Zuschussantrag wird vorbereitet“, kündigte er mit Blick auf den nickenden Kämmerer Thomas Kiwus an. Der Bürgermeister sprach sich ebenfalls gegen eine Verschiebung des Baus aus. „Sonst laufen wir Gefahr, dass die Baukosten noch gewaltig ansteigen.“

Das Gremium sah dies ebenso. „Wir haben den Bedarf, wir müssen handeln“, appellierte etwa Tobias Weber. Der es lieber gesehen hätte, wenn noch mehr als fünf Prozent Preissteigerung in die Kostenberechnung geflossen wäre. Bei diesem Vorschlag erinnerte allerdings der Architekt, dass man bei einem Zuschussantrag ans Land „nicht spekulieren kann“. Der Vorentwurf wurde einstimmig begrüßt, der Zuschussantrag auf Ausgleichstock gestellt.

Sonst laufen wir Gefahr, dass die Baukosten noch gewaltig ansteigen.“

Thomas Kuhn,, Bürgermeister
Auf dem Foto das Bestandsgebäude des evangelischen Kindergartens Fantadu in Bartholomä. Unten der Vorentwurf des Anbaus, den Architekt Jochen Hermann am Mittwochabend im Gemeinderat vorstellte. Foto/Illustration: Jan Ruben Haller/Jochen Hermann

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