80 Rezepte von der „Scheunenwirtin“

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Viele Rezepte, Tipps und Porträts: Renate Lieb und Günther Saiger mit einigen Exemplaren ihres Kochbuchs „Scheunenwirtin“. Foto: Matthias Haupt
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Renate Lieb aus Bartholomä legt gemeinsam mit Ursula Heinzelmann und Matthias Haupt ihr erstes Buch vor. Was es auf den knapp 250 Seiten zu entdecken gibt.

Bartholomä

"Mit schwäbischer Zurückhaltung und selbst als geborener Ostälbler sage ich: Groß gejubelt isch genug gelobt.“ So zitiert der Insel-Verlag den Koch und Autor Vincent Klink, der in Schwäbisch Gmünd aufwuchs. Was er damit meint? Das erste Kochbuch von Renate Lieb, bekannt als die „Scheunenwirtin“ aus Bartholomä, das diese gemeinsam mit Ursula Heinzelmann (Text) und Matthias Haupt (Fotos) verfasst hat.

Auf knapp 250 Seiten gibt es 80 Rezepte zu entdecken, mit Fotos in Farbe und in Schwarz-Weiß. Angeordnet ist das Buch nach den Jahreszeiten. Im Frühling liest man von Spargel mit weißer Bohnenkrem, Gartenbratlingen auf Roter Bete oder Maultaschen vom Bruderhahn. Der Sommer wartet auf mit dem klassischen Bartholomäusbrot, gefüllten Ofentomaten mit Alblinsen oder einem pikanten Ofenschlupfer. Im Herbst servieren die Autorinnen Kürbis-Carpaccio, Pfifferlinge mit Hefeknöpfle und Buchteln mit Hauszwetschgenröster. Im Winter wärmt man sich mit Gemüsestrudel, Sauerbraten vom Limpurger Rind oder einer Bauernente mit Schoko, Kirschen und Chili.

Wollschweine und Schafe

Dazwischen Porträts von Menschen, deren Produkte Renate Lieb verarbeitet. Der Leser lernt Manfred Wittlinger kennen, den „Wollscheinflüsterer“ aus Steinheim. Der ehemalige Metzger hält auf eineinhalb Hektar eine Herde Wollschweine, eine alte, ursprünglich aus der ungarischen Steppe kommende Landrasse. Sie liefern der Scheunenwirtin „Spitzenfleisch“, wie sie sagt. Oder den „naturnahen Garten“ von Adelheid Schultheiß und Inge Weber auf einem kleinen Grundstück am Rande von Schwäbisch Gmünd, der die Köchin mit Gemüse, Salat und Kräutern versorgt. Oder Karin Wiedenmann, die mit ihrer Schafherde die Wachholderheiden rund um Nattheim beweidet. Zudem berichten Renate Lieb und Günther Saiger von den Anfängen ihres Gastronomiebetriebs, wo der Name „Scheunenwirtin“ eigentlich herkommt, was ihnen bei ihrer täglichen Arbeit wichtig ist, nämliche Bio-Qualität, Regionalität und die Verbindung von Neuem und Bewährtem und warum sie den Gästen bei den Hochzeiten ausnahmslos Überraschungsmenüs servieren.

Es soll ein Mitmachbuch sein

Das Buch möchte mehr sein als ein modernes schwäbisches Kochbuch, heißt es im Vorwort. Es wolle die Zusammenhänge zeigen. Dass Gemüse irgendwo wachsen müsse und Pflege und Zuwendung brauche. Dass Karotten- und Radieschengrün nicht in die Abfalltonne zu wandern bräuchten. Dass Hühner nicht dafür geschaffen seien, in engen Ställen im Akkord Eier zu legen und ein Lamm nicht aus Kotelett und Filet bestehe. Nach den Worten der Autorinnen soll das Buch ein „Mitmachbuch“ sein, das die Leser beim Kochen und am Tisch begleite , aber auch beim Einkaufen, beim Spaziergehen im Wald oder beim Gärtnern auf dem Balkon.

Um noch einmal Vincent Klink zu zitieren: „Ihre Mentalität, die Beharrlichkeit und der Geist, das Traditionelle neu zu denken und umzusetzen, ihre Weltoffenheit und Energie pflanzt die Scheunenwirtin Renate Lieb freudig und kompetent zwischen die Buchdeckel.“

Renate Lieb ist mit fünf Geschwistern, den Eltern und Großeltern in Bartholomä aufgewachsen. Den Hof betreibt sie seit über 20 Jahren in einer „Großfamilienstruktur“. 2021 wurde sie als „Bio-Spitzenköchin“ ausgezeichnet.

Das Buch „Scheunenwirtin - Bio-Spitzenküche von der Schwäbischen Alb. Nachhaltig, authentisch, regional“, von Ursula Heinzelmann und Matthias Haupt, ISBN 978-3-458-64347-0, Preis: 30 Euro

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