Ostalbcheck

Bartholomä: himmlisches Dorf mit Luft nach oben

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Bartholomä aus der Luft.
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Pluspunkte sind die umgebende Natur, die Sauberkeit und das Vereinsleben. Nachholbedarf sehen die Teilnehmenden der Umfrage vor allem beim öffentlichen Nahverkehr. 

Bartholomä. „Das Dorf am Rande des Himmels“, Bartholomä, liege „ungestört von großen Verkehrswegen am östlichen Rand der Schwäbischen Alb. Durch die Nähe der A7 und A8 biete der „Sagenhafte Albuch“ ideale Voraussetzungen „für einen erholsamen Urlaub abseits von Trubel und Hektik, aber dennoch leicht zu erreichen“.

So wirbt die Gemeinde auf ihrer Internetseite. Wie aber bewerten die Bewohnerinnen und Bewohner ihr Dorf? Was ist himmlisch, was ausbaufähig in Bartholomä? Beim Ostalbcheck unserer Zeitung konnten die Teilnehmenden ihre Gemeinde in vielen Themenbereichen bewerten und dabei jeweils Punkte von null bis zehn vergeben.

Insgesamt belegt Bartholomä in unserem großen Ostalbcheck im Vergleich der Regionen den 34. Platz sowie in sechs von 15 Lebensbereichen einen überdurchschnittlichen Rang. Bei den Themen Sauberkeit (7,5), Lebensqualität (7,4) sowie Sport/Vereinsleben (7,1) schneidet die Gemeinde am besten ab. Weniger gut bewertet werden ÖPNV (3,1), Einzelhandel (4,0), Gastronomie (4,6) und Verkehrsbelastung (4,6).

Vorschlag Kneipp-Anlage

Die umgebende Natur sehen auch die Teilnehmer unsere Umfrage als großes Plus: „Insgesamt empfinde ich die Lebensqualität in der Region, bezogen auf den Erholungsfaktor und die Natur als sehr hoch“, heißt es da. Oder: „Insgesamt ist das Wohnen, die Lebensqualität in Bartholomä eine tolle Sache. Wir haben kein Hochwasser, bisher keine Erdbeben oder andere größere Naturkatastrophen. Hier fühlt man sich sicher, dafür bin ich dankbar und nehme es als positiv hier beheimatet zu sein.“

Ein anderer Nutzer meint allerdings, es könnte gerade „wegen der guten Gegebenheiten“ noch mehr für den Fremdenverkehr unternommen werden, ein anderer schlägt etwa eine Kneipp-Anlage vor.

Leicht überdurchschnittlich wird mit 6,6 Punkten das Angebot für Kinder- und Jugendliche bewertet, was sicher auch ein Verdienst der Jugendorganisation Bartholomä „JOB“ im Wentalweg einerseits und der KJG im Dorfhaus andererseits ist.

Kritisch angemerkt werden von den Umfrageteilnehmern das „langsame Internet“, die Lebensmittelversorgung vor Ort und immer wieder auch die Busverbindungen. Hier werde man „leider zu oft im Regen und auch im tiefsten Winter einfach stehengelassen“, heißt es. Auch die Verkehrsbelastung wird in der Umfrage mehrfach genannt, allgemein und bezogen auf Schwerlastverkehr. Ein Nutzer schreibt: „Der Lkw-Verkehr nimmt kontinuierlich zu, da es billiger ist über das Land zu fahren als Maut zu bezahlen.“ Zudem wird Tempo 30 angeregt, was der Gemeinderat jüngst für die Ortsdurchfahrten aufgegriffen hat, die Anordnung dazu trifft allerdings das Landratsamt.

Weil Bartholomä als kleine Gemeinde bei der Realisierung vieler Projekte auf Fördergelder angewiesen ist, wünscht sich ein Nutzer (noch) mehr Innovationen und Engagement: „Für meine Heimatgemeinde würde ich mir wünschen, weniger von wirtschaftlichen Fördermitteln abhängig zu sein und dafür mehr innovative Entscheidungen. Keine Titel und Zusatznamen auf Ortsschildern, sondern aktiven Einsatz aller Verantwortlichen.“

Was ist mit der Kultur?

Knapp unterdurchschnittlich (5,5 Punkte) bewerten die Teilnehmenden das kulturelle Angebot in Bartholomä. Da mag etwas verwundern, wo es doch für eine Gemeinde dieser Größenordnung einige Gruppen gibt, die hier etwas auf die Beine stellen, etwa der Arbeitskreis Kunst und Kultur, der deutsch-italienische Partnerschaftsverein „Amici di Casola“, gleich zwei Guggen-Grupen im Ort oder der Musikverein.

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