Bartholomä sucht Sparpotenzial

+
Blick vom Wirtsberg auf Bartholomä: Für das Tourismuskonzept "Puls 3" sollen neue, große Hinweistafeln an den Wnaderparkplätzen angeschafft werden. Wegen der hohen Kosten vertagte der Gemeinderat das Thema am Mittwoch auf die nächste Sitzung.
  • schließen

Gremium sieht sich am Mittwochabend bei zwei Projekten mit erheblichen Mehrkosten konfrontiert. Ein Thema wird zunächst vertagt, das andere weiterhin verfolgt.

Bartholomä

Leute, wir reden hier schließlich über Geld“, meinte Rudi Grimmbacher in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend im Dorfsaal. Genau das taten die Gemeinderäte. Zwei Themen hatten sie auf der Tagesordnung. Und bei beiden sahen sie sich mit Mehrkosten konfrontiert.

Sanierung Heubacher Straße

Die Heubacher Straße soll, von Heubach kommend, in zwei Abschnitten saniert werden. Erfreulich sei, so Bürgermeister Thomas Kuhn, dass sechs Firmen Angebote abgegeben hätten. Weniger erfreulich: Auch der günstigste Bieter, die Baufirma Scharpf, liege deutlich über dem Kostenplan. Die Angebotssumme für den ersten Abschnitt liege bei rund 1,7 Millionen Euro. Auf Nachfrage von Rudi Grimmbacher sagte Kämmerer Thomas Kiwus, dies seien 400 000 Euro über dem Haushaltsansatz. Weil die Zuschüsse, rund 300 000 Euro, nicht mit anstiegen, bliebe diese Kostensteigerung „komplett an der Gemeinde hängen“. Die Kosten würden sich dann im Jahr 2023 niederschlagen, wo die Verwaltung bisher damit gerechnet hatte, keine Kredite aufnehmen zu müssen. Dies werde sich wohl ändern. Oder es müssten Projekte, die für 2023 geplant seien, geschoben werden.

Ingenieur Helmut Kolb und Bürgermeister Kuhn machten zudem deutlich, dass in dem Angebot noch nicht alle Kosten enthalten seien, etwa rund 40 000 Euro für Grunderwerb oder rund 10 000 Euro für die „Beweissicherung“, dazu Möblierung, Entsorgung von bestimmten Materialien und steigende Nebenkosten. Auf Nachfrage von Rudi Grimmbacher meinte Helmut Kolb, dass er bei der Baumaßnahme leider wenig wirksames Einsparpotenzial sehe.

Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat dafür, die Arbeiten für rund 1,7 Millionen Euro an die Firma Scharpf zu vergeben.

Fragen zum Bauablauf

Laut Ingenieur Kolb soll Ende Mai Baustart sein. Bis Anfang Dezember soll die Straße soweit fertig sein, dass sie auf einer Bitumenschicht befahrbar sei. Der Endbelag soll bis April 2023 drauf sein. Markus Mezger und Steffen Widmann betonten, es sei wichtig, im Winter „keine offene Baustelle zu haben“. Es solle zumindest alles versucht werden, den Endbelag doch schon in diesem Jahr fertigzukriegen. Rudi Grimmbacher erkundigte sich nach den Umleitungen. Laut Kuhn seien diese „überregional“ geplant, nämlich über Böhmenkirch und Steinheim. Es brauche dazu aber noch einen endgültigen Abstimmungstermin mit allen Beteiligten. Dieser müsse in den kommenden zwei Wochen gefunden werden, so Kuhn.

Die Sache mit den Schildern

Die Gemeinde möchte das Tourismuskonzept „Puls 3“ umsetzen. Dies umfasst die drei Bereiche Wandern, Radfahren und „Nordic“. Dazu sei laut Bürgermeister Kuhn vorgesehen, an den Wanderparkplätzen etwa 1,5 mal 1,2 Meter große Tafeln aufzustellen, die über diese Freizeitmöglichkeiten konkret informieren. Die Verwaltung schlug zunächst drei Tafeln pro Parkplatz vor: Radfahren, Wandern und „Nordic“, wobei Letztere beidseitig bedruckt und drehbar sein soll, für die Winter- und für die Sommerangebote. Das günstigste Angebot habe die Firma Ammerl abgeben, für rund 49 000 Euro. Kuhn betonte, dass es sich dabei nur um die Rahmen handle, die inhaltliche Gestaltung komme noch obendrauf. Rudi Grimmbacher rechnete vor: „Das sind dann 7000 Euro pro Station?“ Das könne man so sehen, bestätigte Kuhn. Grimmbacher fragte: „Sind die aus Gold?“ Das verneinte der Bürgermeister, verwies aber auf Materialien wie Glas und Holz und deren „erhebliche Kostensteigerungen“.

Markus Mezger schlug vor, jeweils nur zwei Schilder zu machen, also Radfahren und Wandern ebenfalls auf einem drehbaren Schild zu kombinieren. Wie viel genau das an Kosten einsparen würde, konnte Bürgermeister Thomas Kuhn am Mittwoch nicht sagen. Er schlug vor, dies mit der Firma Ammerl zu verhandeln und das Thema dem Gemeinderat am 18. Mai erneut vorzulegen.

Zurück zur Übersicht: Bartholomä

Mehr zum Thema