Bartholomäs jüngste Abgeordneten

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Der Bartholomäer Jugendbeirat mit Bürgermeister Thomas Kuhn (links) und Gemeinderätin Sybille Gößele (rechts)
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Was der Jugendbeirat in Bartholomä bewegen will und wie die jungen Menschen ihre Wünsche umsetzen möchten.

Bartholomä

Sie sind jung und fest im Gemeindeleben verankert. In Bartholomä haben sich zehn junge Menschen bereits vor der Pandemie zu einem Jugendbeirat konstituiert, um die Fragen und Anliegen der Jugendlichenin ihrer Heimatgemeinde vor dem Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung zu vertreten.

Bindeglied zur Verwaltung

Probleme, Jugendliche zur Mitarbeit in dem Gremium zu bewegen, habe es keine gegeben, erklären der Vorsitzende Marco Bucher, Anna Huber und Nico Ackermann. Bürgermeister Thomas Kuhn ergänzt, man habe bei allen Vereinen und Organisationen, die Jugendarbeit betreiben, um Mitglieder geworben. So konnten zehn Jugendbeiräte aus den Vereinen als „Abgeordnete“ für die Mitarbeit gewonnen werden. Die Mitgliedschaft und Teilnahme an den von den Jugendlichen ausgerufenen Foren legt jungen Bartholomäern nur wenige Hürden auf: „Man sollte zwischen 14 und 21 Jahren und interessiert am gemeinsamen Dorfleben sein, meint Marco Bucher. Der Wunsch nach einem Freibad wird nicht geäußert, vielmehr sind sie daran interessiert, die allgemeine Jugendarbeit in Bartholomä zu fördern und zu verbessern und eine Verbindung zwischen Gemeindeverwaltung und den Jugendlichen zu schaffen. Da alle Gremiumsmitglieder in einem Verein beheimatet sind, sehen sie sich als „Zwischenglied der unterschiedlichen Vereine“.

Die Gemeindeordnung sehe für junge Menschen ein „Anhörungsrecht“ vor dem Gemeinderat vor, erklärt Bürgermeister Thomas Kuhn. Ihm und seinem Gemeinderat sei ein Jugendbeirat eine „wichtige Einrichtung“, man wolle die Anliegen der Jugend ernst nehmen und „ihnen eine Stimme geben“. Dies geschieht, indem die jungen Leute auf ihren regelmäßigen Sitzungen ihre Themen vorberaten und diese zur Beschlussfassung dem Gemeinderat weiterleiten. „Eine hervorragende Einrichtung“, erklärt der Jugendbeirat unisono.

Ein Miteinander schaffen

Wenn die Bartholomäer Jugend schon kein Freibad „fordert“, was schwebt ihnen sonst vor? Anna Huber erklärt, man wolle die Vereine unterstützen, die Jugendlichen zusammenzubekommen. Bei dem Begriff „Jugendlichen“zählen die Beiräte auch Grundschüler dazu. Schön wäre es, wenn die jungen Bartholomäer vereinsübergreifend einen Ort zum Treffen fänden. „Wir sind ein Dorf“, meint Anna Huber, die als Jugendbeirätin die Chance sieht, Möglichkeiten zu gestalten, um allen „eine Heimat im Verein“ zu bieten. Die Kinder- und Jugendarbeit der örtlichen Vereine sei bereits im Einzelnen sehr gut, aber das Gremium möchte diese Verbindungen vertiefen, damit sich mehr „Miteinander“ ergibt. Dass dies in Bartholomä funktioniert, kann Marco an einem Beispiel belegen, die neue Mountainbikestrecke sei vom Skiclub und den Radsportfreunden gemeinsam geschaffen worden. „Die jungen Leute haben dabei ordentlich geschuftet“, lobt Bürgermeister Kuhn. Das sei für alle Aktionen unumgänglich, erklären Marco, Anna und Nico, „jeder soll sich einbringen“.

Jetzt steht die Idee im Raum, auf die Jugendarbeit im Ort aufmerksam zu machen. Das könnte durch ein gemeinsames Fest oder andere vereinsübergreifende Aktionen geschehen. Einige kleine, aber für die jungen Leute wichtige Anliegen, konnten bereitsumgesetzt werden: Den Wünschen nach einem Kühlschrank und einer Musikbox im KJG-Raum im Keller des Rathauses wurde bereits entsprochen, jetzt gilt es, den Treffpunkt gemütlicher zu gestalten. Dafür sind die jungen Leute gerne bereit, selbst Hand anzulegen.

Dass die Erwachsenen den Beirat als vollwertiges„Sprachorgan“ sehen, kann Nico belegen. Er erzählt von Gesprächen mit Eltern, die sich mit ihm über einen sichereren Schulweg für die Grundschüler unterhalten haben. Dieses „Symbol der Wertschätzung“ zeuge von einem schönen Miteinander im Ort, meint Bürgermeister Kuhn.

„Wir sind ein Dorf“.

Anna Huber, , Jugendbeirätin

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