Bremst die Feldlerche den Bartholomäer Solarpark aus?

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Laut Nabu ist die Feldlerche bedroht. Derzeit wid geprüft, ob die Vogelart auf dem Gelände brütet, auf dem bei Bartholomä ein Solarpark entstehen soll.
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Naturschutz prüft, ob die Feldlerche auf dem geplantem Gebiet bei Rötenbach brütet. Zumindest der Zeitplan verzögert sich.

Bartholomä. Auf rund 10,8 Hektar zwischen Rötenbach, Möhnhof und Bartholomä soll ein Solarpark entstehen. Wie Bürgermeister Thomas Kuhn dem Gemeinderat berichtete, habe es in der zweiten Runde der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans Einwendungen des Naturschutzs geben. Dieser prüfe derzeit, ob in dem Gebiet die Feldlerche brüte. Der Gemeinderat könne also nicht schon wie vorgesehen im April oder Mai, sondern voraussichtlich erst im Juni über den Bebauungsplan erneut beraten. 

Der Naturschutzbund Nabu kürte die Feldlerche bereits zwei Mal, 1998 und 2019, zum "Vogel des Jahres". Das komme selten vor, heißt es auf der Internetseite des Nabu. Und weiter: "Schon vor 20 Jahren warnten wir davor, dass der begabte Himmelsvogel in vielen Gebieten Deutschlands selten oder gar aussterben wird. Seitdem ist mehr als jede vierte Feldlerche aus dem Brutbestand in Deutschland verschwunden." Bevorzugter Lebensraum der Feldlerche sei "offenes Gelände mit weitgehend freiem Horizont auf trockenen bis wechselfeuchten Böden". Die Feldlerche werde immer seltener, so der Nabu. "Vor allem die intensivierte Landwirtschaft führte seit den 70er Jahren trotz weiter Verbreitung zu einem dramatischen Bestandsrückgang von zum Teil 50 bis 90 Prozent", schreibt der Nabu. Weitere Gefährdungsursachen seien Versiegelung der Landschaft, gesteigerter Einsatz von Umweltchemikalien und direkte Bejagung, etwa in Südwestfrankreich. Die ehemals extrem häufige Feldlerche stehe inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands. Die Erhaltung extensiv genutzter Weiden und Äcker, Brachflächen, besonders aber der verbliebenen Heidegebiete, sei essenziell für den Schutz dieser Art, so der Nabu.

Das Unternehmen "Energiebauern" möchte auf dem Gelände bei Rötenbach Freiflächen-Fotovoltaikanlagen aufstellen. Wie Chef Sepp Bichler im Gespräch mit der Gmünder Tagespost erläuterte, gehe es für sein Unternehmen bei Fotovoltaik um drei Punkte. Erstens um die Erzeugung von Energie zu marktfähigen Preisen, und zwar nicht nur unter dem Gesichtspunkt der CO2-Vermeidung, sondern, mit Blick auf die aktuelle Russland-Krise, durchaus auch unter dem der Energiesicherheit durch eigene Produktion. Außerdem sollten die Anlagen die Landschaft nicht „verschandeln, sondern bereichern“. Drittens seien die Flächen wegen der Beweidung mit Schafen für die Landwirtschaft nicht „verloren“. Zum Flächenverbrauch betont Bichler, der sich keineswegs als Gegner der Biomasse bezeichne: „Biomasse braucht 30 bis 50 Mal mehr Fläche für dieselbe Energiemenge.“

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