Ein rauschendes Fest unter Freunden

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Bartholomä und Casola Valsenio feiern in Italien ein Fest der Freundschaft.

Vertreter aus Bartholomä und Casola Valsenio feiern in Italien gemeinsam ein Fest anlässlich der seit 20 Jahren währenden Freundschaft.

Bartholomä. Im Jahr 2002 wurde in Casola Valsenio, in der Emilia-Romagna gelegen, die Partnerschaftsurkunde durch die damaligen Bürgermeister Giorgio Sagrini und Georg Haas unterzeichnet. Dies war der Beginn einer wunderbaren und lebendigen Freundschaft, die von Jahr zu Jahr wuchs, und der auch zwei Jahre Corona-Pandemie nichts anhaben konnten. Voller Freude fuhren nun fast hundert Bartholomäer nach Casola, um endlich wieder die italienischen Freunde zu treffen. Selbst eine Wandergruppe, die auf den Spuren des Franz von Assisi zu Fuß nach Rom pilgerte, ließ es sich nicht nehmen, in das geliebte Städtchen am Rande der Toskana zu kommen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

Im Zuge des „festa di inizio estate“ Sommeranfangsfest, das drei Tage dauerte, wurde mit allen Sinnen ausgiebig gefeiert. Zünftige Blasmusik und fetzige italienische Bands erfreuten das Ohr, ein prächtiger Nachtumzug mit haushohen Skulpturen war ein außergewöhnlicher Augenschmaus und natürlich das italienische Essen eine wahre Gaumenfreude. Einige Bartholomäer fuhren bei der Bruthitze einen Tag ans Meer nach Cervia, in dem sie sich nach der Stadtführung und einem Essen erfrischten. Am Abend wurden gemeinsam Kässpätzle und Tagliatelle, Rote Würste und Salsiccia gegessen und dazu Bier und Vino getrunken. Bei allen Aktivitäten war zu spüren, dass die beiden Gemeinden sich mit Herzlichkeit und Freundschaft verbunden fühlen.

Um eine so lebendige Partnerschaft zu gestalten, braucht es Menschen mit hohem Engagement und einem Herz, das für den Austausch in Europa schlägt. Dass es solche Menschen sowohl in Casola als auch in Bartholomä gibt, war im bewegenden Festakt anlässlich des Jubiläums zu spüren. Die Bürgermeister Giorgio Sagrini und Thomas Kuhn sowie die Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine freuten sich, dass in den Jahren nicht nur eine politische Gemeindepartnerschaft entstanden ist, sondern tiefe Freundschaften trotz aller sprachlicher Barrieren entkeimten. Menschen beider Seiten haben diese Beziehungen über Jahre geprägt und mit großem Engagement weiterentwickelt. So nahm auch der Dank einen breiten Raum ein. Auf deutscher Seite galt dieser insbesondere Bettina Ritz, der Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins „ Amici di Casola“ und ihrem Vorgänger Karl Busch.

Verantwortung in Europa

Die Partnerschaft der beiden Gemeinden hat sich jedoch nicht nur den Freuden und Festen verschrieben, sondern nimmt auch ihre Verantwortung in Europa wahr. In Zeiten, in den demokratische Grundrechte verteidigt werden müssen, haben sich italienische und deutsche Kinder und Jugendliche mit den jeweiligen Verfassungen ihrer Länder und den darin verankerten Grundrechten auseinander gesetzt und diese Rechte kreativ und künstlerisch ausgedrückt. So entstanden 25 Tafeln mit Bildern und Collagen zu den Grundrechten wie Meinungsfreiheit, Asylrecht und Reisefreiheit. Diese Tafeln wurden mit dem Gesetzestext in deutscher, italienischer und englischer Sprache entlang des Friedensweges aufgestellt. Dieser Weg wurde 2009 durch die beiden Partnerschaftsvereine gestaltet, er führt auf den Monte Battaglia, einem Schauplatz erbitterter Kämpfe im Zweiten Weltkrieg. Die Partnerschaft zwischen Bartholomä und Casola Valsenio ist geprägt von tiefer Freundschaft, sie wird in Festen ausgelassen gefeiert, stellt sich aber auch den ernsten Fragen dieser Zeit.

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