Eine Heizung für zwei Gebäude in Bartholomä?

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Eine im Keller des Dorfhauses (links) eingebaute Holzpellets-Heizung könnte auch das alte Rathaus (rechts) mit Wärme versorgen.
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Gemeinderat diskutiert über Holzpellets-Heizung im Dorfhaus und über „dunkle“ LED-Straßenlampen.

Bartholomä. Wie kann die Gemeinde Energie einsparen? Darum ging's am Mittwoch in Bartholomä. Zwei Themen diskutierten die Gemeinderäte: ein kleines Nahwärmenetz zwischen Dorfhaus und altem Rathaus sowie die Folgen der Umstellung auf LED-Lampen.

Das kleine Nahwärmenetz

Wie Bürgermeister Thomas Kuhn erläuterte, hat die Gemeinde seit 2019 durch Experten eines „Sanierungsmanagements“ prüfen lassen, inwieweit ein Wärmenetz sinnvoll sei. Aus verschiedenen Gründen - Kuhn nannte die Kosten, aber auch Kritik einer Bürgerinitiative oder eigene Pläne von potenziellen, großen Anschlussnehmern - sei dies aber verworfen worden. Der Gemeinderat setze seit vergangenen November auf „dezentrale Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien“.

Das Dorfhaus sei zwar erst kürzlich saniert worden, die Heizung aber mehr als 30 Jahre alt, so Kuhn. André Ludwig und Max Bolz stellten in der Sitzung eine mögliche Variante vor. Demnach würde die Ölheizung im Dorfhaus durch eine Pellets-Heizung ersetzt. Vorteile laut den Fachleuten: Minimierung des CO2-Ausstoßes und bis zu 50 Prozent Fördergelder. Wenn diese Anlage größtmöglich dimensioniert würde, sei es möglich, mit dieser auch das benachbarte alte Rathaus mit Wärme zu versorgen. Mit diesen zwei Gebäuden sei die äußerste Leistungsfähigkeit aber erreicht. Kritischer Punkt: die Leitung, die durch die Straße gelegt werden müsste. Bürgermeister Kuhn stellte zudem klar, dass noch nicht klar sei, wie das alte Rathaus in Zukunft genutzt werden solle.

Gemeinderat Josef Maier meinte, was mit dem alten Rathaus passiere, sei aber der entscheidende Punkt. „Sonst brauchen wir hier gar nicht weiterreden.“ Kuhn stellte klar, dass die jetzigen Pellets-Heizungs-Pläne für das Dorfhaus alleine sicher leicht überdimensioniert seien, dass man aber die Leitung zum alten Rathaus ja immer noch verlegen könne, wenn man mehr wisse. Rudolf Grimmbacher vermisste „konkrete Zahlen“ zu den verschiedenen Optionen: Sprich, was kostet die Leitung? Oder alternativ: Was kostet es, auch im alten Rathaus eine eigene Heizung einzubauen? „Sonst kann ich das nicht entscheiden“, betonte Grimmbacher. Markus Mezger regte an, auch das Feuerwehrhaus noch in das Netz aufzunehmen, wovon Kuhn aber abriet. „Wir sollten nicht noch eine Unbekannte in die Gleichung aufnehmen“, betonte er. Das Sanierungsmanagement will nun der Verwaltung in spätestens drei Wochen Zahlen vorlegen, welche Variante wie teuer wäre.

Dunkel seit LED?

Seit die Gemeinde einen Teil der Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt habe, häuften sich die Beschwerden von Bürgern, die das zu dunkel fänden, berichtete Kuhn. Dies liege zum einen an der LED-typischen scharfen Trennung der ausgeleuchteten und der dunklen Bereiche. Zum anderen seien die Abstände zwischen den Masten mit oft bis zu 50 Metern eigentlich zu weit. Die Sanierungsmanager schlugen vor, im Kollmannsweg ein Pilotprojekt zu starten: mit anderen Lampen, die höher hängen, um den „Abstrahlwinkel“ zu vergrößern. Selbst wenn dies funktioniere, warnte Steffen Widmann davor, damit „ein Fass aufzumachen“, weil sich Anwohner von dunkleren Straßen dann noch mehr beschwerten. Markus Mezger meinte, die Gemeinde sei schon recht „blauäugig“ in die LED-Umstellung reingegangen. Er riet eher dazu, als Versuchsbereich einen Straßenzug zu nehmen, in dem es laut den Anwohnern zu dunkel sei. Steffen Widmann und Holger Biebl fragten, ob es auch denkbar sei, die Lampen nachts ganz auszuschalten. Dies sei gewiss „unschlagbar effizient“, so André Ludwig, stehe aber in Konkurrenz zur Verkehrssicherungspflicht.

Bei einer Gegenstimme von Markus Mezger nahm das Gremium den Vorschlag eines „Pilotprojekts“ im Kollmannsweg an. 

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