Kommt ein Basisnetz mit 1,3 Kilometern Länge?

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Nahwärmeversorgung war das Thema von Dr. Lothar Lork beim Infoabend in Bartholomä.

Rund 60 Interessierte kommen zum Infoabend über die Nahwärmeversorgung in Bartholomä.

Bartholomä. Mit neuem Schwung hat die Gemeinde Bartholomä das Thema "Nahwärmeversorgung" aufgegriffen. Während einer Bürgerinformationsveranstaltung am Dienstag im Dorfsaal wurde über das künftige Vorgehen diskutiert.

Etwa 60 interessierte Bartholomäer hatten sich eingefunden, um zu erfahren, wie es weitergeht. Da unterscheidet sich der künftige Weg deutlich von Ideen, die man in der Vergangenheit gehabt habe, sagte Dr. Lothar Lork als Sprecher des Arbeitskreises Energie. Bürgermeister Thomas Kuhn berichtete vom Beschluss des Gemeinderats, einen Sanierungsmanager zu engagieren, der nicht nur den Arbeitskreis Energie zur Seite stünde, sondern auch die Einwohnern berate. Finanziell werden die Kosten für den Sanierungsmanager mit 150 000 Euro für drei Jahre bezuschusst, was etwa 65 Prozent der Gesamtkosten ausmache. Nahwärme ist irgendwie Fernwärme. Also heißes Wasser in die angeschlossenen Häuser für die Heizungen und den Verbrauch zu liefern. Aber eben aus der Nähe.

Dazu braucht es eine Heizzentrale, die nahe dem Bauhof entstehen könnte. Ein Gebäude mit rund 200 Quadratmetern Grundfläche, in dem die Infrastruktur für die Heißwasserbereitung und -lieferung installiert werde. Dazu komme ein kleines Blockheizkraftwerk, um die Grundlast abzusichern. Geheizt werden solle mit Hackschnitzeln. Die sollen aus regionaler Produktion kommen, denn "die Kohle soll ja im Dorf bleiben", sagte Lork. Allerdings kämen auch die Lastwagen mit den Hackschnitzellieferungen ins Dorf: zwei die Woche im Sommer, mit bis zu vier Lieferungen müsse man im Winter rechnen. Aber Hackschnitzel hätten den Vorteil des geringeren Preises und vor allem der Versorgungssicherheit, die Nahwärmeversorgung bringe keine Kosten für Wartung und Betrieb für den einzelnen Nutzer mit sich. Dabei haben die Macher einen engen Zeitrahmen im Auge: Wenn alles klappt, könnten schon im Winter 2020/ 2021 die ersten Haushalte mit Nahwärme Weihnachten feiern. Für die Nahwärmeversorgung solle eine Bürgerenergiegenossenschaft gegründet werden, für die der Gesetzgeber so manche Hürde gestellt habe. Zum Beispiel einen soliden Businessplan über 20 Jahre, sagte Lothar Lork. Andererseits denke man zunächst an ein Basisnetz in Bartholomä mit einer Länge von etwa 1,3 Kilometern. An das bestehende Netz könnten allerdings keine weiteren Nutzer angeschlossen werden. Von der Heizzentrale könnten dagegen weitere Gebiete erschlossen werden. Voraussetzung sei erst mal ein Rohleitungsnetz in der Straße, und jeder Nutzer müsse wissen, dass irgendwo die Zuleitung in sein Haus geführt werde, um dort mit dem Heizungs- und Wassersystem verknüpft zu werden. Für die weitere Planung des Basisnetzes benötige man den Sanierungsmanager: "Aus eigener Kraft schafft das der Arbeitskreis Energie nicht", sagte Lork. Grundsätzliches Ziel sei es, nicht nur die Vollkosten einer Ölheizung im Lauf der Zeit zu unterbieten, sondern auch vielleicht irgendwann Bartholomä zu 100 Prozent mit Nahwärme zu versorgen. Die öffentlichen Gebäude werden anschlossen, versprach Kuhn.

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