Kritische Fragen zum „Stern-Projekt“ in Bartholomä

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Auf dem Gelände des ehemaligen Gasthauses „Stern“ in der Lauterburger Straße plant ein Investor ein Seniorenpflegeheim mit betreutem Wohnen und Tagespflegeeinrichtung, Mehrgenerationenwohnen und einem Ärztehaus. Hier soll auch die Ärztin Nicole
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Bürgerfragestunde beleuchtet Bebauungsplan „Lauterburger Straße“ und Investoren-Projekt. Verwaltung nimmt Stellung und bittet darum, „nicht nur Bedenken vor sich her zu tragen“.

Bartholomä

Auf dem Gelände des ehemaligen Gasthauses „Stern“ in der Lauterburger Straße plant ein Investor ein Seniorenpflegeheim mit betreutem Wohnen und Tagespflegeeinrichtung, Mehrgenerationenwohnen und einem Ärztehaus. Hier soll auch die Ärztin Nicole Hauptmann eine moderne Praxis erhalten. Wie Bürgermeister Thomas Kuhn in der Gemeinderatssitzung betonte, sei dies ein für die Gemeinde sehr wichtiges Projekt. Der Gemeinderat habe deshalb den Bebauungsplan „Lauterburger Straße“ auf den Weg gebracht. In der öffentlichen Auslegung seien nun Hinweise und Bedenken von Bürgern eingegangen.

„Keine Geheimnisse“

Auch in der Bürgerfragestunde war das Projekt ein Thema. Martin Bühr wollte wissen, warum die Identität des Investors „geheimgehalten“ werde. Kuhn sagte, die Gemeinde mache ein öffentliches Bebauungsplanverfahren. Es sei einsehbar, was geplant sei und wie hoch die Gebäude werden könnten. Ohne Plan keine Rechtssicherheit und ohne rechtliche Grundlage kein Bau. Das Verfahren sei öffentlich und alle Einwendungen würden zu gegebener Zeit im Gemeinderat öffentlich abgewogen. Zum Investor könne er nichts Näheres sagen, er wisse ja zum Beispiel auch nicht, wer dort einmal der Hausmeister werde, so Kuhn.

Wolfgang Stütz nahm Bezug auf einen Bericht samt Visualisierung, den er an die Gmünder Tagespost geschickt hatte. Der zuständige Redakteur habe dazu auch den Bürgermeister befragt. Diesem sei es gelungen, den Bericht, der „rein auf den Fakten aus der Bebauungsplanvorlage basiert“, durch seine Kommentare „in eine Art Hofberichterstattung umzuarbeiten“, wobei auch die veröffentlichte Ansicht des geplanten Projekts sich auf die „Ansicht der Straßenseite, gleich Schokoladenseite beschränkt“. Seine Visualisierung sei nicht abgedruckt worden, dabei habe er die Skizze per Mail vom Rathaus erhalten und aus dieser die Visualisierung gemacht. „Mein einziger Fehler dabei war, dass die Gebäude vorne an der Lauterburger Straße zu klein geraten sind“, so Stütz. Wie der Planer ticke zeige sich für ihn auch daran, dass bei dem großen überplanten Areal der Standort für die Energieversorgungsstation – der gelbe Fleck im Lageplan - direkt an der Ausfahrt und an der Grundstücksgrenze des Nachbargrundstücks eingeplant wurde, so Stütz.

Die Aussage des Bürgermeisters, die Öffentlichkeit habe Einfluss auf den Bebauungsplan und „alles sei im Fluss“ kritisierte Stütz: „Wenn der Plan durch ist, hat niemand Einfluss auf die tatsächliche Bebauung.“ Ärztehaus und Mehrgenerationenwohnen, das klinge alles gut auf dem Papier, diese Nutzung sei aber ja nicht verbindlich.

Projekt positiv sehen

Darauf antwortetet Kuhn, dass man sich die Frage stellen müsse, ob man einen Investor „an die Kandare nehmen“ wolle oder lieber gemeinsam öffentlich etwas entwickeln wolle mit Investor, Bürgern und späteren Betreibern. Richtig sei aber, so Kuhn, dass auch etwas anderes entstehen könne, als das, was nun geplant sei. Das sei nur bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan anders. Er möchte die Bürgerschaft aber einladen, das Projekt positiv zu sehen und „nicht nur Bedenken vor sich herzutragen“. Dann, gemeinsam, könne es gelingen.

Gespräch mit der Ärztin suchen

Auf die Frage von Wolfgang Stütz, inwieweit die Feuerwehrzufahrt bei dem Projekt gewährleistet sei, meinte Kuhn, die Verwaltung sei dankbar für solche Anregungen. Ein Bebauungsplan könne dies noch gar nicht leisten, dies werde erst im konkreten Baugesuch abgebildet.

Gemeinderat Holger Biebl betonte, die derzeitige Praxis der Ärztin Nicole Hauptmann sei nicht mehr zeitgemäß. Wenn sich die Verwirklichung des Projektes aufgrund der Einwendungen, die der Gemeinderat erst abwägen müsse, verzögere, sollte man dringend das Gespräch mit ihr suchen. Thomas Kuhn sagte zu, dies tun zu wollen.

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