Scheunenwirtin ist jetzt Demeter-Betrieb

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Freuen sich über die Demeter-Auszeichnung (Mitte oben): Bürgermeister Thomas Kuhn, Renate Lieb und Günther Saiger.

"HofGut" in Bartholomä erhält seltene Auszeichnung. Welche Voraussetzungen dafür nötig sind.

Bartholomä. Mit den Auszeichnungen zur vollumfänglichen Bio-Zertifizierung werden Renate Lieb und Günther Saiger vom Betrieb "HofGut Scheunenwirtin" jetzt auch mit der höchsten Stufe, der Bioland- und Demeter-Zertifizierung in Gold, ausgezeichnet. Der Weg zu dieser Zertifizierung sei anspruchsvoll: "Es gibt in ganz Deutschland kein Dutzend Gastronomiebetriebe mit dieser Auszeichnung", freuen sich Saiger und Lieb.

Der Aufwand, den die Scheunenwirtin-Betreiber auf sich nehmen, um den Zertifizierungen gerecht zu werden, sei umfangreich und erfordere Einsatz und Kreativität. Aus der Küche kämen nur Gerichte mit regionalen Produkten und ausschließlich in Bio-Qualität. Einzige Ausnahme: Wild und Fisch, für die es keine Bio-Gütesiegel gibt. "Die Gäste erwartet keine Speisekarte, wir servieren Überraschungsmenüs", erläutert Saiger, die Besucher können aber im Vorfeld Wünsche äußern, "was nicht auf den Tisch kommen soll". Alternative Ernährungsformen, wie vegane oder vegetarische Kost, würden berücksichtigt. Das "HofGut Scheunenwirtin" beziehe Gemüse, Obst und Fleisch von zertifizierten Höfen und lege Wert darauf, ganze Tiere abzunehmen, die ganz verwertet würden. Regionale Bauernhöfe liefern regelmäßig frisches saisonales Gemüse, das dann im Haus frisch verarbeitet und zubereitet wird. Mit selbstproduziertem Eis und Konditoreiwaren überlassen Saiger und Lieb auch in diesem Segment nichts dem Zufall. Tischwäsche und Bekleidung, alles werde aus ursprünglichen Materialien gefertigt, in der eigenen Wäscherei werde nur 100 Prozent ökologisches Waschmittel verwendet.

15 alte Hühnerrassen bevölkern das Gut, darunter auch einige gefährdete Rassen. Um dem Bedarf an Eiern gerecht zu werden, müssen auch die HofGut Besitzer zukaufen, hierbei werde das Augenmerk klar auf Haltung und Ernährung der Tiere gelegt. Fündig wurden Lieb und Saiger beim Demeter-Eierbetrieb von Florian Mach und dem Ehepaar Bettina und Manfred Schmid aus Westhausen. Die Schlachttiere kommen vom Biohof des Ehepaares Gerda und Gerhard Vogel aus Welzheim, die die älteste Rinderrasse Württembergs, das Limpurger Rind, auch Leintäler genannt, und Wollschweine züchten. "Wichtig ist uns der direkte Kontakt zum Lieferanten", bekräftigt Renate Lieb.

Dass das Konzept für Bartholomä eine Möglichkeit ist, zu punkten und die touristischen Ziele des "sagenhaften Albuchs zu fördern" fand Zustimmung bei Bürgermeister Thomas Kuhn.

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