Stern-Areal kann bebaut werden

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Sternareal Bartholomä
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Bartholomäer Gremium beschließt am Mittwoch Bebauungsplan „Lauterburger Straße“. Ein Investor möchte Gebäudekomplex mit Pflege, betreutem Wohnen und Ärztehaus errichten.

Bartholomä

Drei Mal habe die Gemeinde den Bebauungsplan öffentlich ausgelegt. Irgendwann, meinte Bürgermeister Thomas Kuhn am Mittwochabend im Dorfsaal, sei „das Ende der Fahnenstange erreicht“. Ein weiteres Mal ging er, wie schon in der Sitzung im Juni, auf Einwendungen von Bürgerinnen und Bürgern ein. Von den Behörden lagen keine Nennenswerten vor.

Worum geht's?

Auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte Stern an der Lauterburger Straße möchte ein Investor einen Gebäudekomplex errichten, in dem ein Seniorenpflegeheim, betreutes Wohnen, eine Arztpraxis sowie Wohnungen untergebracht sein sollen. Vor allem Anwohner hatten Einwände dagegen vorgebracht, Tenor: zu groß, zu wuchtig, passt nicht ins Ortsbild.

Im Juni hatte es auch noch behördlicher Seite einige Anmerkungen gegeben. Diese hatte die Verwaltung eingearbeitet und den Plan nochmals öffentlich ausgelegt. Um die dabei eingegangenen Einwände ging es nun am Mittwoch.

Die Einwände der Bürger

Drei Bürger haben laut Bürgermeister Kuhn Einwände formuliert, von denen er einige referierte und auf sie einging. So fragte sich ein Bürger, wie gerade in Bartholomä das Problem des Fachkräftemangels in der Pflege umgangen werden solle. Kuhn betonte, dies zu regeln sei nicht Sache der Gemeinde im Bebauungsplan, sondern des künftigen Betreibers. Zudem, so ein Einwand, passe „ein solches Monstrum an Gebäude“ nicht nach Bartholomä. Hier verwies Kuhn darauf, dass aus Gründen des Nachbarschutzes die Baugrenzen im Süden und Norden weiter ins Grundstück hineingerückt worden seien, so dass ein größerer Abstand bestünde. Zudem soll an den Außenbereichen niedriger gebaut werden (elf Meter) als im Zentrum des Grundstücks (bis zu 14 Meter).

Ein weiterer Einwand bemängelte, dass die Verwaltung in Richtung Sozialeinrichtungen 20 Jahre zu wenig getan habe, um Investoren willkommen zu heißen. Gerade das, so Kuhn, werde ja mit dem Projekt angegangen.

Die Diskussion

Holger Biebl betonte, er sei weder gegen ein Ärztehaus und eine gute Praxis für Nicole Hauptmann noch gegen ein Pflegeheim. Er bezweifle aber, ob Bartholomä dies in der geplanten Größe brauche. Biebl warnte davor, dass es privaten Betreibern meist „nur um die Kohle“ gehe, was auf den Schultern der Bewohner ausgetragen werde. Er bezweifle, dass genügend geeignetes Pflegepersonal gefunden werden könne. „Das ist nicht der richtige Weg“, so Biebl. Er plädiere für eine kleinere und abgespeckte Version.

Kuhn erläuterte, dass die Gemeinde mit dem Baurecht den Rahmen schaffe, um dem Investor Planungssicherheit zu geben. Im Bebauungsplan sei aber geregelt, dass die Pflege deutlich kleiner werden solle als das betreute Wohnen. Die Gemeinde dürfe sich aber nicht angreifbar machen, nach dem Motto: „Ihr habt da zu wenig gemacht.“ Deshalb solle man „klare Kante zeigen“ und sagen: „Wir wollen, dass hier investiert wird.“

Markus Mezger stimmte Kollege Biebl zu, dass die Personalsituation in der Pflege schwierig sei. „Aber wenn wir es nicht machen, dann haben wir als Gemeinde und Frau Hauptmann als Ärztin am Ende gar nichts.“ Das sahen Josef Maier und Uwe Ammerl ähnlich. Tobias Weber betonte nochmals, die Gemeinde schaffe das Baurecht und sorge nicht fürs Pflegepersonal. „Wir geben jemandem die Möglichkeit, hier zu bauen“, so Weber.

Bei einer Gegenstimme von Holger Biebl beschloss der Gemeinderat den Bebauungsplan als Satzung.

Auswirkungen der Vollsperrung der Heubacher Straße

Seit Mitte Juli ist die Heubacher Straße wegen Sanierungsarbeiten voll gesperrt. Ein Bürger fragte, warum es so viel Verkehr auf den Strecken gebe, die eigentlich gar nicht die offizielle Umleitung seien. Bürgermeister Thomas Kuhn verwies auf die überörtliche Umleitung über Böhmenkirch und Steinheim. Es sei allerdings leider so gewesen, dass diese Umleitung von der zuständigen Firma anfangs nicht ordentlich beschildert worden sei. Vor allem habe es in Heubach oder Böhmenkirch nicht schon Hinweisschilder auf die Sperrung gegeben. Dadurch sei vor allem der Schwerlastverkehr „ein riesiges Problem“ gewesen. Die Bürger hätten sich hier „zurecht aufgeregt“ und die Verwaltung habe „da zwei Wochen lang Druck gemacht“, betonte Kuhn. Die Firma sei schriftlich abgemahnt worden und seine persönliche Ansicht sei, dass die Maßnahmen nun greifen, so der Bürgermeister. Gemeinderat Steffen Widmann fragte nach den Autos, die im Halteverbot, etwa in der Beckengasse, stünden. Laut Kuhn sei die Polizei hier sensibilisiert und die Fahrer müssten mit Kontrollen und Konsequenzen rechnen.

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