Tempo 30 in Bartholomä gefordert

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Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat Bartholomä am Mittwochabend in der TSV-Halle dafür, einen Antrag auf Tempo 30 in den Ortsdurchfahrten zu stellen.
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Gemeinderat beschließt am Mittwochabend Antrag auf Temporeduzierung in den Ortsdurchfahrten bei Verkehrsbehörden zu stellen und diskutiert auch über mögliche Fahrradschutzstreifen.

Bartholomä

Geht's nach der Mehrheit des Bartholomäer Gemeinderats, darf nur noch mit Tempo 30 durch den Ort gefahren werden. Das Gremium gab am Mittwoch in der TSV-Halle, bei einer Enthaltung von Steffen Widmann, der Verwaltung den Auftrag, diesen Antrag bei der Straßenverkehrsbehörde zu stellen.

Wie kam es dazu?

Grundlage der Diskussion war ein Gutachten zum Verkehrslärm, das der Gemeinderat im Mai 2019 in Auftrag gegeben hatte. Bürgermeister Thomas Kuhn erinnerte: „Wir wollten wissen: Gibt es zu viel Verkehr? Fährt der zu schnell? Gibt's zu viel Schwerlastverkehr? Wie belastet sind die Anwohner?“

Andrea Paulini vom TÜV Süd stellten die Ergebnisse vor. Sie habe berechnet, wie laut es an den Straßen sei und inwieweit sich eine Temporeduzierung auf 40/km und auf 30 km/h auswirken würden. Grundlage der Berechnung sei ein „normaler, guter Asphaltbelag“ gewesen. Wie Steffen Widmann und Thomas Kuhn anmerkten, sei die tatsächlich derzeitige Belastung auf der maroden Heubacher Straße wohl noch höher. Die größte Belastung für die Anwohner stellte die Prüferin in der in der Heubacher Straße (5433 Fahrzeuge pro Tag, Lkw-Anteil: 3,59 Prozent), in der Lauterburger Straße (3613 Fahrzeuge pro Tag, Lkw-Anteil: 4,15 Prozent), in der Hauptstraße (4802 Fahrzeuge pro Tag, Lkw-Anteil: 4,8 Prozent) und in der Steinheimer Straße (4526 Fahrzeuge pro Tag, Lkw-Anteil: 1,81 Prozent) fest. Es gebe Bereiche, in denen der erlaubte Wert tags um ein bis zwei dB überschritten werde, nachts sogar um bis zu vier dB. Zur möglichen Temporeduzierung stellte die Expertin klar: von 50 auf 40 km/h sei die Auswirkung nur 1 dB, auf Tempo 30 hingegen rund 3 dB. Das bedeute eine Halbierung des wahrnehmbaren Lärms, unterstrich Andrea Paulini und meinte: „Eine solche Reduzierung ist auf jeden Fall sinnvoll.“

Bürgermeister Kuhn betonte, es gehe neben der Lärmreduzierung auch darum, die Straßen „noch sicherer“ zu machen, weniger Stop-&-Go-Verkehr zu haben, mit einem gleichmäßigen Tempo 30 letztlich zügiger durch den Ort zu kommen und gleichzeitig die Ortsmitte davon profitieren zu lassen. Weil auch das Thema „Radschutzstreifen“ auf der Tagesordnung stand, schlug Kuhn vor, den Bericht von Helmut Kolb dazu vorzuziehen, um am Ende gemeinsam über diese aus seiner Sicht zusammengehörenden Themen abstimmen zu können.

Schutzstreifen außen, 30 innen?

Helmut Kolb zeigte verschiedene Möglichkeiten, einen Fahrradschutzstreifen in der Heubacher Straße und der Steinheimer Straße einzurichten. Problem dabei: Möglich sei immer nur ein einseitiger Schutzstreifen, der eventuell sogar manchmal abwechselnd rechts oder links verlaufe. Zudem wären dann Parkflächen entlang der Straße nicht mehr zulässig. Thomas Kuhn schlug vor, die Schutzstreifen nur in den „Außenbereichen“ Richtung Ortsausgang zu machen und im Ortskern Tempo 30. Denn: In Tempo 30-Zonen seien Fahrradschutzstreifen ohnehin nicht zulässig.

Die Frage der Kontrolle

Markus Mezger plädierte für eine einheitliche Tempo-30-Regelung. „Sonst haben wir nix Halbe und nix Ganzes.“ Dieser Ansicht schlossen sich Tobias Weber und Martin Gröner an. Holger Biebl sah es zwar ähnlich, machte aber deutlich, dass dies auch kontrolliert werden müsse. „Wenn ich in der Hauptstraße in Heubach 30 fahre, werde ich überholt“, so Biebl. An die dortige Temporeduzierung halte sich „vielleicht jeder Fünfte“. Steffen Widmann gab zu bedenken, dass Zebrastreifen und Ampeln in der Ortsdurchfahrt bei eine Tempo-30-Regelung“ wohl keinen Bestand haben würden.

Die Verwaltung werde nun den Antrag auf Tempo 30 stellen, so Thomas Kuhn. Nachdem die Straßenverkehrsbörde diesen bewertet habe, werde der Gemeinderat nochmals beraten.

Von Tempo 50 auf 30 bedeutet eine Halbierung des Lärms.“

Andrea Paulini,, TÜV Süd

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