Vom Charme der schwäbischen Sprache

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Premiere: Die Kirche bleibt im Dorf - gespielt vom Theater im Kunstwerk in Braighausen

Bartholomä. Seit genau zwei Jahren spielt die freie Theatergruppe im Kunstwerk-Braighausen in Bartholomä. Dieses Nicht-so-ganz-Jubiläum feierte das Ensemble mit der schwäbisch-schwarzen Komödie "Die Kirche bleibt im Dorf", der zwölften Produktion des Theaters im Kunstwerk in Braighausen. Nach Die Schöne und das Biest, Räuber Hotzenplotz, Loriot - Szenen einer Ehe oder der Mausefalle -  um nur einige zu nennen -, ist zu sehen, dass die Stücke aus den verschiedensten Genres kommen, sodass es für das Publikum nie eintönig wird.

Sonja Fritz, die bei Die Kirche bleibt im Dorf Regie führt und die Marie spielt, hat den schwäbischen Kino-Erfolg für die Bühne adaptiert. Ein wunderbares Ambiente bot der Markplatz des Märchendorfes Braighausen für das Stück. Auch die Saalbestuhlung war einmalig, in den ersten Reihen war es für die Besucher so gemütlich wie zu Hause, denn sie saßen auf Sofas. Die weitere Bestuhlung war mit weißen Stuhlhussen bezogen und strahlte Eleganz aus.

Für dieses Stück mit häufigen Ortswechseln baute das Ensemble in Marke Eigenbau eine Drehbühne. Dort war eine Kulisse das Kircheninnere, eine weitere der Wirtsraum, und die dritte die Theke mit Stammtisch. Zwei weitere Spielorte waren links und rechts der Bühne. Das Ensemble besteht aus professionellen Schauspielern und aus Schauspielern, für die das Schauspielen nur ein Hobby ist.

Zur Handlung: Mit der schwäbischen Gemütlichkeit ist es in Oberrieslingen und dem Nachbarort Unterrieslingen seit vielen Generationen vorbei. Die einen haben die Kirche, die anderen den Friedhof. Häberle (Norbert Sluzalek) ist Schultes von Oberrieslingen und betreibt mit seinen drei Töchtern Christine (Heike Schmidt), Maria (Sonja Fritz) und Klara (Simone Heckele) eine Gastwirtschaft. Zu Besuch kommt Mrs Osterloh (Anke Malterer) und der Amerikaner Howard (Hubertus Rösch). Howard will für seinen Vater die Kirche kaufen, denn sie enthält ein Geheimnis. Häberle will die Kirche für einige Millionen an den Amerikaner verkaufen. Das bekommen jedoch die Unterrieslinger mit, und es gibt Zoff. Auch wenn die Liebesbeziehung von Klara mit ihrem aus Unterrieslingen stammenden Peter (Guido Drell) nicht immer ganz harmonisch ist, bleibt die Frage: Gibt es ein Happy End? Es folgen Irrungen und Wirrungen und mancher diplomatische Schachzug der Wirtstöchter und einen handgreiflichen Streit zwischen den Ober- und Unterrieslingern.

Das Stück lebt vom Charme der schwäbischen Sprache, vor allem von vielen Schimpfwörtern und manchem Mißverständnis beim Übersetzen ins Amerikanische. Interessant war eine anschließende Führung mit dem Techniker Udo Köpf, einem Studenten, der die eigene Firma Mix-Effect betreibt. Er zeigte, wie sich die Theatergruppe die Räumlichkeiten mehr und mehr für ihre Bedürfnisse umgestaltet. Er führte durch den reichen Fundus der Kostüme, der Maske und zeigte auch sein Reich für Licht und Ton. Er erklärte, wie es das Ensemble schaffte eine Kirche im Theaterstück abzubauen und an einem anderen Ort wieder aufzubauen. Karin Abele

  • Gespielt wird das Theaterstück in Braighausen noch bis zum 19. Mai. Vom 26. bis 28. April, am 3. und 4. Mai, vom 10. 12. Mai und vom 17. bis 19. Mai jeden Abend ab 20 Uhr sowie Am 6. Mai und am 13. Mai jeweils um 17 Uhr.

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