Wie aus Seegrasbüschel Seile werden

+
Das Seegras rund um Bartholomä wird im Wald "geernet" und beim Museumstag zu Seilen verarbeitet.
  • schließen

Was die Mitglieder des Rentner-Teams vom Amalienhof beim Museumsfest am Samstag, 26. September, alles auf die Beine stellen wollen und für welche Unsicherheit Corona sorgt.

Bartholomä

Wie wohnten und arbeiteten die Menschen in den 1950er- und 60er-Jahren auf dem Land? Wer das wissen will, ist in der Museumsscheune im Amalienhof in Bartholomä genau richtig. Auf drei Stockwerken gibt's hier Alltagsgenstände, Werkzeug, Spielsachen und Musikinstrumente, dazu Möbel, Geschirr, Figürchen und Puppen. Ein Wohnzimmer samt Klavier und Quetschen, eine voll eingerichtete Küche, ein Schlafzimmer samt Kleiderschrank mit säuberlich sortierten Kleidern. „Wir wollen das Brauchtum am Leben halten“, meint Erwin Ritz vom Rentner-Team, der sich mit seinen aktuell neun Mitstreitern samt ihren Frauen ehrenamtlich um das Museum kümmert.

Dieses Jahr nur eine Führung

Derzeit sind sie vor allem damit beschäftigt, den Stock, der sich den alten Berufen widmet, zu sortieren und neu zu ordnen. Hier können Besucher den Sattler ebenso bestaunen wie den Schreiner, den Waldarbeiter oder den Schuster. Aktuell bringen die Ehrenamtlichen Struktur in die Backstube und die Tierarzt-Klinik, hier gibt's unter anderem den ersten fahrbaren Röntgenapparat des Ostalbkreises zu sehen, gestiftet von der Tierarztpraxis Nowottny in Eschach. Das Team ist immer auf der Suche nach spannenden Gegenständen von früher. Haushaltsauflösungen aber werden nicht angenommen, betont Erwin Ritz. „Da müssen wir nachher mehr entsorgen, als wir ausstellen können.“ Klar ist: Der Schwerpunkt des Museums soll auf der Landwirtschaft liegen. Er hätte aber trotzdem gerne mehr Spielzeuge oder Puppen. Wer solche Dinge abzugeben hat, darf sich gerne mit dem Rentner-Team in Verbindung setzen.

Eigentlich bieten die Ehrenamtlichen Führungen an. „Wir hatten in diesem Jahr nur eine einzige“, bedauert Erwin Ritz. Wegen Corona, klar. Und die Pandemie hat auch das Zeug dazu, das für Samstag, 26. August, geplante Museumsfest zu vermasseln.

„Bislang planen wir eben einfach, dass es stattfindet“, meint Erwin Ritz. Die Besucher sollen historisches Handwerk erleben, dazu gibt es Vorführungen beim Drehen von Schnüren und Seilen, Seegras-Winden, Sensen-Dengeln, Flachsverarbeitung zum Leinen, Weben, Binden von Reisigbesen, Wolle-Spinnen, Klöppeln, Drechseln, Schnitzen und der Zimmerei, dazu lernt man die Geschichte von Stoffen und Trachten. Der Arbeitskreis Ortsgeschichte plant laut Jan-Ruben Haller, historische Spiele aus den 50er-Jahren auszustellen, etwa Karten- oder Brettspiele. Dazu servieren der Förderverein der Schule und die Helfer von „Brot und Hoirles“ Mittagessen und Holzofenbrot. Nach jetzigem Stand sei klar, dass in Innenräumen Maskenpflicht herrscht und die Besucher die drei Gs, also geimpft, getestet oder genesen, nachweisen müssen.

  • Das geplante Programm
  • Das Museumsfest ist am Sonntag, 26. September, auf dem Amalienhof in Bartholomä. Ab 10 Uhr ist das Museum geöffnet und kann mit Führungen oder selbstständig angeschaut werden. Im Hof sind die historischen Kutschen ausgestellt. Ab 11 Uhr servieren der Förderverein der Laubenhartschule und das ehrenamtliche Team von „Brotkultur und Hoirles“ Mittagessen und frisches Brot aus dem Holzbackofen im „Saustall“ und im Hof.
  • Mitmachen: Ab 12.30 bis 16 Uhr gibt es Vorführungen und Aktionen zum Mitmachen für Kinder. Helena und Claus Fähnle von der Imkerei bieten Kerzenziehen- und rollen an, Karl-Heinz Schnell Besen binden. Mit dem Förderverein der Schule und Sandy Hefele kann Stockbrot gebacken und mit Susanne Kyrisch getöpfert werden. Alle Angebote stehen unter Corona-Vorbehalt.

Zurück zur Übersicht: Bartholomä

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare