Wie die Heilige Cäcilia an die Decke kam

+
Vortrag zur Ausmalung der Pfarrkirche Bartholomä

„Ohne die Zustimmung der Pfarrgenossen zu haben! Die Ausmalung der Kirche in Bartholomä“.

Bartholomä. Die katholische Kirchengemeinde und die Ortschronisten Oliver Ziegler, Carsten Weber, Holger Biebl und Jan Ruben Haller luden zum Vortrag „Ohne die Zustimmung der Pfarrgenossen zu haben! – Die Ausmalungen der Pfarrkirche in Bartholomä“. Carsten Weber nahm die Anwesenden mit ins Jahr 1932: Nach der Erweiterung der Kirche beauftragte Pfarrer Sohmer, ohne Zustimmung des Kirchengemeinderates oder der Diözese, die Künstler Andreas Dasser und Alois Schenk mit der künstlerischen Gestaltung des Gotteshauses. Mit den zwölf Aposteln, Jesus, dem göttlichen Kinderfreund und der Abbildung der Heiligen Familie im Kirchenschiff erfüllte Dasser die ersten Wünsche des Ortsgeistlichen. Am Plafond des Eingangsbereiches verausgabte sich der Kunststudent mit der Darstellung der „Reinigung des Tempels“.

Das 80 Quadratmeter fassende Hauptdeckengemälde des Heiligen Bartholomäus zeigt in seinem vorderen Teil das Martyrium des Apostels. Sein Tod wurde durch Häutung bei lebendigem Leib herbeigeführt und da das Hautabziehen mit einem Messer (seit 1957 Wappen der bürgerlichen Gemeinde Bartholomä) vonstattenging, wird es als sein Attribut angesehen.

Bildersturm der 60er-Jahre

Danach begann Andreas Dasser über der Empore mit dem Anbringen des „kleinen“ Deckengemäldes, die Heilige Cäcilia darstellend, umringt von singenden Engeln. Ihr Attribut ist die Orgel. Die Besonderheit dieser Abbildung liege s darin, so Weber weiter, dass sich Andreas Dasser die Gesichter von jungen Sängerinnen des Kirchenchores zum Vorbild nahm. Für die Wand- und Deckenmalereien benötigte Dasser 106 Tage und erhielt dafür den stolzen Betrag von 1402 RM, was einer heutigen Kaufkraft von 5187,40 Euro entspricht.

Die Seitenkapelle zur Hl. Theresia vom Kinde Jesu wurde erst 1936 mit einem Deckenfresko ausgestattet. Ebenfalls von Andreas Dasser gestaltet zeigt es die Heiligen Vierzehn Nothelfer über Bartholomä – dem „Dorf am Rande des Himmels“. Danach ging Weber auf das überdimensionale Chorwandgemälde „in fresco“ an der östlichen Altarraumwand ein, das Christus als Herrscher der Erde zeigte und von Alois Schenk aus Gmünd geschaffen wurde.

Im Oktober 1932 waren die Arbeiten des Kirchenschiffes und des Altarraumes abgeschlossen. Bis auf die Deckengemälde des Kirchenschiffes sowie das Seitenkapellenfresko seien sie allerdings dem „Bildersturm“ der 1960er- Jahre anheimgefallen.

Zurück zur Übersicht: Bartholomä

Mehr zum Thema

Kommentare