15 Häuser für Familien mit Kindern

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Knapp 6000 Quadratmeter umfasst das Gelände zwischen Brunnenweg und Gartenstraße. Grafik: ca
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Warum die Gemeinde Böbingen an der Gartenstraße ein neues Quartier bauen lassen willen, was die Besonderheiten sind und wie der Zeitplan aussieht.

Böbingen

Bezahlbarer Wohnraum ist gefragt und das Angebot und der Platz für Neues ist knapp. Das ist nicht nur in Böbingen so. Trotzdem, sagt Bürgermeister Jürgen Stempfle, wolle die Gemeinde möglichst wenig nach draußen auf die grüne Wiese mit neuen Baugebieten. "Wir wollen flächensparend bauen und wo immer möglich Baulücken im Ortskern schließen." Noch dazu sollen die Neubauten auch für Normalverdiener mit Kindern finanzierbar sein und energetisch sowie von der Nachhaltigkeit der Baustoffe auf dem aktuellen Stand. Keine einfache Aufgabe, aber, wie Stempfle, betont, beim Projekt an der Gartenstraße kann es funktionieren.

Was genau ist geplant?

15 Wohnhäuser auf knapp 6000 Quadratmeter zwischen der Gartenstraße und Heubacher Straße. Die Häuser haben eine Wohnfläche von rund 100 bis 132 Quadratmeter, einen Garten und ein Carport und werden schlüsselfertig übergeben. Die Grundstücke sind zwischen 265 und 420 Quadratmeter groß. Die Häuser hätten zwar keine Keller, so Stempfle, und eine etwas kleinere Grundfläche als bei Einfamilienhäusern sonst üblich, aber eben dadurch seien sie preislich im Rahmen. Gewohnt wird im Erdgeschoss, geschlafen im Obergeschoss und im Dachgeschoss gibt es noch eine Reserve.

Für Stempfle ist es bemerkenswert, dass die Gemeinde für das Projekt das Architekturbüro "Isin & Co" gewonnen hat, das unter anderem auch für das Stadtoval in Aalen verantwortlich zeichnet. Dieses habe ein "tolles Konzept" erarbeitet, dessen Ziel es sei, nicht einfach nur ein paar neue Häuser hochzuziehen, sondern das gesamte Areal als ein eigenständiges, neues Quartier zu begreifen, das sich um einen zentralen Platz herum gruppiert. "So können sich die Bewohner leichter kennenlernen und ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln", hofft Stempfle. Der zentrale Platz könnte zum Teil auch als Parkplatz genutzte werden, um die Parksituation in der Gartenstraße zu entschärfen, soll aber in erster Linie ein sozialer Treffpunkt werden für Eltern und Kinder.

Die Häuser sollen in "ökologischer Holzbauweise" entstehen, berichtet Stempfle. Ein energetisches Gesamtkonzept liege zwar noch nicht vor, klar sei aber, dass es nachhaltig werden soll. "Wir haben viel Grün und durch den wenigen Verkehr eine extrem hohe Aufenthaltsqualität", meint Stempfle. Ideal auch der "wunderschöne Fußweg", der Richtung Oberböbinger Dorfplatz führt. Insgesamt füge sich die Planung "fantastisch" in die Umgebung ein, ist der Bürgermeister überzeugt.

Die Herausforderungen?

Zunächst hat die Gemeinde bisher nur etwa die Hälfte des geplanten Gebiets erworben. Die Verwaltung sei derzeit "in guten Verhandlungen" über das verbleibende Gebiet. Zwar gebe es noch keine Unterschrift, sagt Stempfle, er sei aber trotzdem zuversichtlich.

Laut Stempfle hätte es zu dem geplanten Projekt eigentlich noch vor Weihnachten eine Anliegerversammlung geben sollen, diese wurde wegen Corona abgesagt. Die Gespräche hätten aber dennoch nach und nach stattgefunden, mit dem Ergebnis, dass sich kein einziger Anwohner gegen die Pläne ausgesprochen habe. Ein sensibler Punkt sei die Parksituation in der Gartenstraße, die durch das Neubaugebiet nicht verschärft werden dürfte. Stempfle ist sicher, dass dies gelöst werden kann. Genauso wie die etwas heikle Sache mit der Entwässerung, weil das Gelände insgesamt drei Meter abfällt und der Kanal in der Gartenstraße liegt. "Aber das kriegen die Ingenieure hin", meint der Schultes. Ein weiterer Punkt: Für die Neubauten müssen alte Obstbäume weichen. Dies werde aber im Zuge des Bebauungsplans an anderer Stelle ausgeglichen durch die "Eingriffs- und Ausgleichsbilanz".

Wie gehts weiter?

Zunächst muss der Gemeinderat einen Bebauungsplan beschließen, denn der bisherige gilt nur entlang der Gartenstraße, alles andere ist Außenbereich. Stempfle geht davon aus, dass dies im kommenden Jahr in trockenen Tüchern ist, sodass in zwei Jahren Baustart sein könnte.

So stellen sich die Architekten den künftigen Blick auf das neue Quartier an der Böbinger Gartenstraße vor. Visualisierungen: Ozan Kaya/Isin & Co.
Die Häuser sollen bezahlbar sein, deshalb sind die Wohnflächen eher kleiner gehalten. Geplant ist in Holzbauweise.

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