Jahresrückblick September 2021

B 29: Der Böbinger Tunnel kommt

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Das Plakat des Aktionsbündnisses an der B 29 in Böbingen.
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Das Warten hat ein Ende: Am 15. September verkündet das Bundesverkehrsministerium seine Entscheidung für Böbingen im Rahmen des B-29-Ausbaus zwischen Gmünd und Essingen.

Böbingen

Die Nachricht aus Berlin flattert am 15. September in den Ostalbkreis: Das Bundesverkehrsministerium erteilt im Rahmen des vierspurigen Ausbaus der B 29 grünes Licht für einen Tunnel in Böbingen. Damit bewilligt der Bund die von der Gemeinde und vielen Akteuren im Kreis geforderte Variante. CDU-Staatssekretär Steffen Bilger wendet sich mit einem Schreiben an die Gemeinde Böbingen. Darin heißt es, der Bund folge dem Land, das den Tunnel als Vorzugsvariante vorgeschlagen habe. Nach einem umfassenden Vergleich der verschiedenen Varianten Brücke, Damm und Tunnel, komme man nach „Abwägung der relevanten Aspekte Verkehr, Umwelt und Kosten zu einer städtebaulich verträglichen Lösung“ für Böbingen. Bilger verweist dennoch auf die hohen Kosten, für den Gesamtabschnitt Gmünd-Böbingen seien nun rund 215 Millionen Euro veranschlagt, laut dem Staatssekretär mehr als drei Mal so viel wie im Bundesverkehrswegeplan geschätzt.

An diesem Tag ist das den Akteuren in Böbingen sowie im Ostalbkreis erstmal egal. „Ein Traum wird wahr“, verkündet Böbingens Bürgermeister Jürgen Stempfle und dankt allen Beteiligten, etwa dem Aktionsbündnis Böbinger Tunnel, stellvertretende dessen Sprechern Otto Betz, Manfred Gold und Dr. Peter Högerle. Zudem bei den Böbinger Bürgern, die „geschlossen“ hinter dem Projekt stünden und bei der gesamten Region mit allen Politikern und Verbänden „Für die großartige Unterstützung und Geschlossenheit“.

Auch dass gut unterrichtete Kreise schon den ganzen Sommer über gemunkelt hatten, dass eine Entscheidung für den Tunnel in Kürze anstehe, und diese nun kurz vor der Bundestagswahl öffentlichkeitswirksam verkündet wurde, ist an diesem Tag zweitrangig. Alle sind froh, dass das Böbinger Anliegen nicht wie bei den östlichen Nachbarn an der B 29, in Mögglingen, zur vielzitierten „unendlichen Geschichte“ wurde.

Wann ist der Tunnel fertig? Zehn Jahre dürfte es auf jeden Fall noch dauern: „Ich gehe davon aus, dass wir in zehn bis zwölf Jahren durch den Tunnel fahren können“, sagt tags darauf Otto Betz vom Böbinger Aktionsbündnis. Die Zusage des Ministeriums sei „ein erster und wichtiger Schritt“, sagt sein Mitstreiter Manfred Gold.

Jürgen Stempfle ordnet die Zusage ein in den üblichen bürokratischen Planungszyklus beim Straßenbau: „Das war jetzt Phase zwei von insgesamt neun.“ Nach dem Grundsatzbeschluss pro Tunnel kann die Planung ins Detail gehen.“ Der Planfeststellungsbeschluss ist laut Regierungspräsidium für Ende 2026 anvisiert.

Nach der Planfeststellung erfolgt die Ausführungsplanung, anschließend beginnt der Bau. „In der aktuellen Planungsphase können dazu noch keine konkreten Aussagen getroffen werden“, heißt es vom RP. Übrigens: Die Behörde geht davon aus, dass die im Koalitionsvertrag der neuen Ampel-Regierung aufgeführte Überprüfung und Überarbeitung der im Bundesverkehrswegeplan enthaltenen Projekte keine Auswirkung auf den vierstreifigen Ausbau zwischen Schwäbisch Gmünd und Mögglingen und den Böbinger Tunnel hat.

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