B 29: Ideen für Böbingen gesucht

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Bis zum Baustart des Böbinger Tunnels sind es noch einige Jahre, die Verwaltung möchte die Bürgerinnen und Bürger aber so früh wie möglich einbeziehen.
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Wie soll sich Böbingen entwickeln, wenn die B 29 im Tunnel verläuft und es mehr Raum gibt für eine andere Gestaltung? Gemeinderat und Verwaltung wollen Bürger frühzeitig einbinden.

Böbingen

Seit rund einem Jahr ist klar: Böbingen bekommt beim Ausbau der B 29 einen Tunnel. Wann geht es hier wie weiter? Der Gemeinderat beschäftigt sich am Montag, 19. September, mit dem Thema. In der Sitzungsvorlage heißt es: „Nach einem ersten Zeitplan kann mit dem Ausbau nicht vor Mitte des Jahres 2029 begonnen werden, da die einzelnen Planungsschritte sehr viel Zeit in Anspruch nehmen werden (...).“ Das heißt, 2024 bis 2027 wäre Planfeststellung, 2027 bis Mitte 2029 Ausführungsplanung, dann Ausschreibung, Vergabe und Baubeginn.

Viele Potenziale

Auch wenn es also bis zum Baustart noch einige Jahre dauert, Ziel der Gemeinde sei es, möglichst frühzeitig auch die Bürgerschaft mit einzubinden. Denn: „Rund um die B 29 bieten sich zukünftig herausragende, überörtliche Entwicklungspotenziale, die den Ort in jeder Hinsicht wesentlich aufwerten können“, heißt es in der Vorlage. Mit diesen Potenzialen habe sich der Gemeinderat bei einer Halbtagsklausur beschäftigt und daraus Leitziele formuliert.

Als Sachverständigen habe die Gemeindeverwaltung Karl-Eugen Ebertshäuser beratend hinzugezogen, der bereits für die Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd und für die Remstal-Gartenschau wesentliche städtebauliche Impulse eingebracht habe, insbesondere auch für den Park am alten Bahndamm und dessen konzeptionelle Ausgestaltung. Auch Gmünds Baubürgermeister Julius Mihm habe Tipps gegeben, wie man einen Prozess für den Beginn einer Ortsentwicklung starten könne.

Die Verwaltung wolle nun der Bürgerschaft Ideenkonzepte vorgelegen, mit dem Ziel, diese den Bürgern aufzuzeigen und gemeinsam in Bürgerbeteiligungsprozessen weiterzuentwickeln. Die Sammlung guter Ideen im Rahmen eines professionellen Ideenwettbewerbs kann aus Sicht der Verwaltung „ein geeignetes Instrument darstellen, wichtige Impulse für eine sinnvolle Einbeziehung der Bürgerschaft und auch für gute Ideen für eine spätere Ortsentwicklung der Gemeinde darstellen“, heißt es in der Vorlage. Bei der Sammlung der Ideen gehe es „nicht darum, ein Ideenkonzept 1:1 umzusetzen“. Die Ideen sollten auch Aufschluss darüber geben, welche innerörtliche Erschließung beim Ausbau der B 29 zweckmäßig sei.

Grundlage für Bürgerbeteiligung

Experte Ebertshäuser habe der Gemeinde dazu das Büro Kohler-Grohe aus Stuttgart empfohlen, das ähnliche Projekte vielfach begleitet habe. Gerd Grohe würde den Ideenwettbewerb moderieren, gleichzeitig könnte er sich mit seinem Planungsbüro am Wettbewerb nicht mit eigenen Ideen beteiligen. Ziel sei es, möglichst viele qualifizierte und erfahrene Büros für den Ideenwettbewerb zu gewinnen. Ein Preisgericht soll am Ende über die Beiträge entscheiden. Die Verwaltung schlägt vor, dieses mit Bürgermeister Jürgen Stempfle, drei Gemeinderäten mitsamt Stellvertretern, fünf Fachpreisrichtern und wenn möglich, Fachmann Ebertshäuser zu besetzen. Die Fraktionen sollen demnach ihre Mitglieder bis Anfang Oktober bestimmen. Laut dem Beschlussvorschlag soll mit dem Ideenwettbewerb „die Grundlage für eine Bürgerbeteiligung geschaffen“ werden.

Die Gesamtkosten werden aktuell auf rund 150 000 Euro geschätzt, davon entfallen auf Moderation und Durchführung des Wettbewerbs etwa 50 000 Euro.

Der Gemeinderat Böbingen tagt am Montag, 19. September, ab 18.30 Uhr im Rathaus.

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