75 Ukrainer in Böbingen angekommen

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Bürgermeister Jürgen Stempfle mit den Vertretern der Kirchen bei der Böbinger Mahnwache Anfang März.
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In der Remsgemeinde stehen aktuell 13 Wohnungen zur Verfügung. Männer suchen Arbeit.

Böbingen. Die Familie hatte seit Kriegsbeginn in einer Metro-Station in Kiew Schutz gesucht. Nachdem sie geflüchtet und einige Tage in Berlin gewesen waren, kamen sie auf direktem Weg bis vor die Tür des Böbinger Rathauses, wie Bürgermeister Jürgen Stempfle berichtet. Zum Glück sei er kurz vorher im katholischen „Schlössle“ gewesen und wusste, dass dort noch fünf Leute untergebracht werden können. „Sonst hätte ich die Familie in die LEA nach Ellwangen schicken müssen“, schildert Stempfle. „Darüber war ich gottfroh.“

Solche Schicksale gebe es derzeit viele, auch in Böbingen. Die Gemeinde habe aufgerufen, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Aktuell seien 75 Geflüchtete aus der Ukraine in Böbingen angekommen. Geht man davon aus, dass zwei Millionen Menschen nach Deutschland kommen, werde Böbingen nach dem Verteilungsschlüssel 110 Menschen eine Unterkunft anbieten. Insgesamt seien der Gemeinde 13 Wohnungen oder Häuser gemeldet werden. Alle 73 Menschen werden bis Anfang April dort einziehen können. Hier und da seien kleinere Arbeiten notwendig, in manchen Wohnungen fehle ein Schrank oder ein Bett. Die Freikirche sei hier eine große Hilfe, nicht zuletzt durch die „Paten“ für jede Familie und die Sprachkenntnisse vieler Freikirchen-Mitglieder. Die Gemeinde Böbingen mache die Mietverträge und betreue die Menschen bei der Anmeldung und den Leistungsanträgen. „Unser Personal ist da momentan ziemlich eingespannt und wächst über sich hinaus“, lobt der Rathauschef.

Neben geflüchteten Frauen und Kinder seien in Böbingen zehn Männer zwischen 25 und 40 Jahren angekommen. Diese hätten laut Stempfle fast alle auf dem Bau gearbeitet, darunter auch Bauleiter und Architekten. „Die wollen sofort arbeiten und dürften das auch“, berichtet Stempfle. Er habe dies schon an Baufirmen in der Umgebung und den Handels- und Gewerbeverein weitergegeben. Wer eine Arbeitsstelle hat, darf sich gerne bei der Gemeinde melden. Auch nach weiterem Wohnraum bestehe Bedarf. 

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