Ade bunter Lampen-Mix - Böbingen spart fast 50000 Euro im Jahr 

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Eine von 577 neuen Lampen - und zufriedene Mienen (v.l.): Fachplaner Arthur Lange, Christine Huttelmaier (Sachbearbeitung Liegenschaften), Dirk Ignatzi, Sven Hauser und Anto Marijancevic von ID Beleuchtungstechnik, Bürgermeister Jürgen Stempfle, Projektplaner Frank Klötzge (Philipps Signify).
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In Böbingen wird die Straßenbeleuchtung in diesem Herbst komplett auf LED-Technik umgerüstet – der Spareffekt beim Strom spielt die Baukosten in den nächsten Jahren wieder ein.

Böbingen. Es war ein Durcheinander, über Jahrzehnte nach und nach entstanden: Straßenlampen in verschiedenen Formen, mal mit roten Pfosten, mal auf dunkelgrauen. Der bunte Lampen-Mix in Böbingen ist demnächst Vergangenheit, denn die Gemeinde hatte sich für den kompletten Austausch entschieden. Nun werden 577 neue Straßenlampen in diesem Herbst im Ort neu installiert, zusätzlich zu den bereits vorhandenen LED-Leuchten, danach wird alles einheitlich sein. Gut 200000 Euro investiert Böbingen in den Austausch, 30 Prozent Förderung gibt es dafür vom Bund.

Es ist eine Investition, die sich auf längere Sicht auszahlt: „Ich gehe von einer Amortisation in fünf bis acht Jahren aus“, sagt Elektroplaner Arthur Lange. Bis zu 80 Prozent Stromeinsparung im Vergleich zu vorher sei zu erwarten, sagt Böbingens Bürgermeister Jürgen Stempfle. „Zwischen 45 000 und 47 000 Euro weniger Stromkosten im Jahr.“ Berechnet mit einem Strompreis von 25 Cent je Kilowattstunde, fügt Planer Lange hinzu.

Stempfle ist froh, dass sich die Gemeinde für den großen Schnitt entschieden hat, ehe klar war, dass Energiesparen im kommenden Winter noch dringlicher sein würde als bisher. Aktuell müsste man erst einmal Fachleute und Material herbekommen. „Wir sind sehr gut ausgelastet“, sagt Dirk Ignatzi, Chef der Firma ID Beleuchtungstechnik, die den Austausch vornimmt.

Bis Ende November wird es noch dauern, bis alle 577 Lampen ersetzt sind, außerdem werden 277 Masten erhöht. 2021 sind schon 177 Standorte umgerüstet worden. Wenn in den nächsten Wochen Straßenlampen tagsüber an sind in Böbingen, sollten sich Bürger nicht wundern, darauf weist die Gemeinde hin: Damit solle die Funktionsfähigkeit geprüft werden.

Die LED-Technik bringt noch einige Verbesserungen mehr: „Die neuen Lampen leuchten mit 3000 Kelvin und sind damit insektenfreundlich“, sagt Bürgermeister Stempfle. Und sie leuchten zielgenauer nach unten, dadurch gibt’s weniger unnötiges Streulicht, also weniger so genannte „Lichtverschmutzung“.

Das neue Böbinger Einheitsmodell senkt zudem die Wartungskosten: Die viele verschiedenen Leuchtentypen von unterschiedlichen Herstellern hatten die Wartung umständlich und teuer gemacht. Gut möglich, dass es in Zukunft auch weniger Klagen wie diese gibt: Acht Wochen lang sei eine defekte Straßenbeleuchtung nicht repariert worden, hat ein Böbinger vor einigen Jahren in einem Leserbrief an die Gmünder Tagespost geklagt. „Es dauert in solchen Fällen immer eine gewisse Zeit, bis man eine Firma und diese das passende Ersatzteil bekommt“, sagt Bürgermeister Stempfle. Das Problem dürfte abnehmen. Stempfle: „Die LED-Leuchten haben eine deutlich längere Lebensdauer als die bisherigen – rund 100 000 Betriebsstunden.“

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