Anwohner wollen keine Sanierung

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Der Technische Ausschuss am Mittwoch in der Wiesenstraße.
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Warum Anlieger der Wiesenstraße nichts gegen Schlaglöcher haben und was die Böbinger Verwaltung plant.

Böbingen. Bürger, die nicht wollen, dass ihre marode Straße saniert wird? Das war am Mittwoch in der Wiesenstraße zu beobachten. Die Gemeinde hatte die Mitglieder des Technischen Ausschusses zum Besichtigungstermin gebeten. Denn, wie Bürgermeister Jürgen Stempfle sagte: Der Gemeinderat sollte hier endlich „endlich mal einen Knopf dran machen“. Die Straße sei zwar derzeit, was die Verkehrssicherheit angehe, in einem „akzeptablen Zustand“. Dies aber nur, weil die Gemeinde immer wieder die gröbsten Schadstellen und tiefsten Schlaglöcher flicke. „Damit schmeißen wir aber eigentlich das Geld zum Fenster raus“, machte Stempfle klar.

Die Ausschussmitglieder Manfred Gold und Josef Apprich bestätigten, dass der Gemeinderat eine grundlegende Sanierung der Wiesenstraße seit vielen Jahren vor sich her schiebe. Nun müsse eine Entscheidung her. Problem: Ähnlich wie bei anderen älteren Siedlungen, etwa in der Bucher Straße oder der Gartenstraße, seien die Wohnhäuser vor der Straße gebaut worden, erläuterte Stempfle. Eine umfassende Sanierung wäre also eine „erstmalige Erschließung“, was bedeute, dass die Anwohner 95 Prozent der Kosten übernehmen müssten. Wie viel das für den Einzelnen bedeute, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Auch nach einer Planung, die es noch gar nicht gebe, sei angesichts der angespannten Lage im Baugewerbe eine Kostenangabe schwierig. Aber eine grobe Hausnummer sollten die Anwohner schon haben, mahnte Otto Betz, was Stempfle bestätigte.

Viele der anwesenden Anwohner fragten, wieso die Straße überhaupt gerichtet werden müsse. Dringender sei, sie zur Landesstraße hin dicht zu machen, weil sie als Abkürzung in eine benachbarte Wohnsiedlung genutzt werde. Und wenn schon saniert, dann so günstig wie möglich. Josef Apprich appellierte an die Anwohner, mit den Gemeinderäten im Gespräch zu bleiben.

Als nächsten Schritt möchte Stempfle eine offizielle Anwohnerversammlung einberufen, in der auch fachkundige Ingenieure Rede und Antwort stehen sollen. ⋌David Wagner

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