Austropop auf der Böbinger Bühne

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Musikkapelle Böbingen
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Die Musikkapelle Böbingen hat im kommenden Jahr etwas ganz Besonderes vor. Was Falco, die Semperoper Dresden und das ZDF-Rundfunkorchester damit zu tun haben.

Böbingen

Nach langjähriger, erfolgreicher Probearbeit durch Tobias Krehlik, wechselte der Dirigentenstab der Musikkapelle Böbingen im Frühjahr 2019 zu Jonathan Thomas. Thomas, der neue Dirigent und Musiklehrer an der Musikschule Rosenstein, legt den Schwerpunkt bei seiner Arbeit auf konzertante Orchestermusik. Gepaart mit kreativen Ideen brachte er neuen Schwung in die Probearbeit und in die Konzerte, berichtet Abteilungsleiterin Ute Killinger. Dies habe die Musikkapelle zum Beispiel beim Konzert auf der Bühne der Remstal-Gartenschau in Böbingen unter Beweis gestellt. Bei dem gemeinsamen Konzert mit dem Chor Chorado aus Durlangen setzten die Musikerinnen und Musiker dabei ein Ausrufezeichen in der Kulturlandschaft in und um Böbingen. Dann kam Corona.

Das Vereinsleben der Musikkapelle Böbingen lag kurz nach diesem Neustart zwei Jahre lang nahezu brach, wie Ute Killinger erzählt. Nur wenige Auftritte und Konzerte konnten abgehalten werden. An Ausflüge oder größere Vereinsveranstaltungen war nicht zu denken. Lediglich die Musikproben seien phasenweise in voller Besetzung möglich gewesen.

„Alles in allem eine Situation, von der wohl alle Kulturschaffenden Vereine gleichermaßen betroffen waren und sind“, meint Ute Killinger. Dementsprechend sei viel Zeit für die Verantwortlichen geblieben, um darüber nachzudenken, wie es denn in naher und ferner Zukunft weitergehen soll.

Zeit zum Nachdenken

Trotz der vielen abgesagten Proben und Auftritte war aber auch viel Zeit, in der man sich mal online, mal bei kleineren Treffen, Gedanken über künftige Vereinsaktivitäten machen konnte. Aus anfänglich lockeren Gesprächen über musikalische Projekte in der Zukunft seien nach und nach konkretere Besprechungen. Daraus wurde ersichtlich, dass man etwas Besonderes, etwas Neues planen wolle. Etwas, was in dieser Form nicht alltäglich sei. Anders sollte es sein. Michael Schusters Idee hätte nicht passender sein können, ein Konzert mit Titeln österreichischer Rock- und Popgrößen zu organisieren. Bekannte Hits von STS oder von Falco wurden ausgewählt und ein Programm zusammengestellt, das einen unterhaltsamen Konzertabend versprechen sollte.

Motto Austropop war geboren

Nach einiger Recherche bei den gängigen Notenverlagen machte sich Ernüchterung breit, wie die Verantwortlichen berichten. Titel dieses Genres seien nur sehr selten als Notensätze für eine Musikkapelle erhältlich. Abhilfe für dieses Problem schaffte jedoch Dirigent Thomas. Aus seinem Netzwerk mit Musikern und Dirigenten konnte er Jakob Brenner als diplomierten Dirigenten, Arrangeur und Komponisten für diesen Zweck gewinnen. Jakob Brenner arrangiere und dirigiere hauptsächlich Stücke für die Semperoper Dresden oder das ZDF-Rundfunkorchester. Und nun eben auch für die Musikkapelle Böbingen. Doch was wären österreichische Rocksongs ohne eine Band mit Sängern, Schlagzeug und E-Gitarren? Daher gründete Michael Schuster die Projektband „Piefke“, mit Musikern aus Böbingen und Umgebung. Die ersten Proben gab es bereits.

„Gut Ding braucht Weile“

Da ein solches Projekt viel Zeit in Anspruch nehme und man noch nicht absehen könne, wann wieder so etwas wie ein „normales“ Konzert stattfinden dürfe, legten die Planer das Konzert auf den 8. und 9. Juli 2023. Nach dem Motto „Gut Ding braucht Weile“ gehe es von nun an nach und nach an die konkrete Umsetzung der Planungen. Die ersten Arrangements seien bereits geschrieben und lägen der Kapelle vor. Die Projektband „The Piefke“ hält regelmäßige Proben ab. Optimismus macht sich also breit unter den Verantwortlichen und die Musiker der Musikkapelle und der Band blicken voller Zuversicht auf ihr Vorhaben und auf ein hoffentlich schönes Konzertwochenende 2023 im Opera-Tent im Park am alten Bahndamm in Böbingen.

Wer nicht warten kann: Am Sonntag, 27. März, lädt die Musikkapelle in der katholischen Kirche St. Josef zum Konzert ein.

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