Böbingen: Was tun, wenn die B 29 unten ist?

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Noch verläuft die B 29 oberirdisch mitten durch Böbingen. Mit dem Bau des Tunnels wird sich das ändern. Und dann? Foto: Tom
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Böbinger Gemeinderat befürwortet am Montagabend mehrheitlich, bei einem Architektenwettbewerb Ideen zu sammeln, wie der Ort gestaltet werden kann, wenn der Tunnel gebaut ist.

Böbingen

Seit rund einem Jahr ist klar: Böbingen bekommt beim Ausbau der B 29 einen Tunnel. Wie soll sich der Ort dann entwickeln? Die Verwaltung schlug dem Gemeinderat am Montag einen „Ideenwettbewerb“ vor, bei dem laut Bürgermeister Jürgen Stempfle möglichst viele erfahrene Stadtplaner motiviert werden sollen, mitzumachen, um am Ende bei einem Preisgericht die besten Pläne zu küren und diese gemeinsam mit den Bürgern weiterzuentwickeln. Damit das gelinge, sei ein fachkundiger Moderator notwendig. Karl-Eugen Ebertshäuser, der in Böbingen für die Remstal-Gartenschau städtebauliche Impulse eingebracht habe, schlage dafür das Büro Kohler-Grohe aus Stuttgart vor. Kosten: rund 150 000 Euro. Gerd Grohe stellte den Ablauf des Ideenwettbewerbs am Montag dem Gemeinderat vor.

Dußlingen als Vorbild?

Er habe sich auf die Organisation solcher Architektenwettwerben spezialisiert und rund 400 davon durchgeführt, berichtete Grohe. In einem solchen Prozess gelte es, den „Mehrwert zu aktivieren und das Potenzial zu nutzen“. Zunächst sei es an Gemeinderat und Verwaltung, die Aufgaben zu stellen, die die Planer verwirklichen sollen. Dann erfolge die Auslobung. Ein Preisgericht, bestehend aus Bürgermeister Jürgen Stempfle, drei Gemeinderäten mitsamt Stellvertretern, fünf Fachpreisrichtern und wenn möglich, Fachmann Ebertshäuser, soll die Pläne bewerten. Der Zeitplan sieht bis zu diesem Punkt ab jetzt etwa ein Jahr vor.

Gemeinderat Otto Betz erinnerte an eine Infofahrt des Böbinger Aktionsbündnisses nach Dußlingen. Dort sei die Situation mit der B 27 fast deckungsgleich wie in Böbingen mit der B 29 gewesen. Von dem, was die Dußlinger geschaffen haben, sei er „begeistert“. Das Geld für den Ideenwettbewerb sei gut angelegt. Schließlich stelle man hier die Weichen für Generationen, so Betz. Auch Manfred Gold nannte das Dußlinger Beispiel „phänomenal“, mit Spielplätzen und Treffpunkten auf dem ehemaligen Verlauf der Bundesstraße. Gold betonte, er erwarte, dass das Regierungspräsidium sich bei seinen Planungen dann an die von den Böbingern formulierten Wünsche halte, insbesondere bei der verkehrlichen Anbindung und dem innerörtlichen Verkehr. Gerhard Ziller meinte, es sei ein „Schwachpunkt“, dass drei Viertel der Fläche nicht der Gemeinde, sondern Privatleuten gehöre. „Wie kriegen wir die mit ins Boot? Da habe ich Bauchschmerzen“, so Ziller. Grohe betonte, eben darum würden Ideen als Diskussionsgrundlage gesammelt und keine fertige Planung präsentiert, die durchgedrückt werden solle. Der Prozess müsse transparent sein und man müsse sich die Gegebenheiten vor Ort genau anschauen. Auf die Frage von Gabi Ernst, ob die Beteiligung der Bürger früher erfolgen könne, betonte Grohe, man könne und solle im Vorfeld informieren. Richtig einzusteigen sei erst dann sinnvoll, wenn Ideen vorliegen. „Dann gibt's was zu Diskutieren.“ Bei einer Gegenstimme (Gerhard Ziller) und einer Enthaltung (Peter Bulling) sprach sich der Gemeinderat für den Ideenwettbewerb aus.

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