Böbingens Geschichte per Mausklick

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Uwe Winkow an seinem Computer-Arbeitsplatz, Hier archiviert und sortiert er fotografische Zeugnisse der Böbinger Geschichte und macht sie allen Interessierten zugänglich.

Uwe Winkow hat zwei neue Alben im Böbinger Bilder-Buch gestaltet: 100 Jahre SVG Böbingen und die örtliche Eisenbahngeschichte. V

Böbingen

Digitalkamera, Scanner, zwei PC-Bildschirme und die Hand auf der Maus. Uwe Winkow ist in seinem Element. Im Frühjahr 2017 hat er sich selbst die Aufgabe gestellt, die Geschichte Böbingens festzuhalten. Senioren hat er dabei ebenso im Fokus wie Jugendliche. Am liebsten hätte er, dass der Brückenschlag zwischen den Generationen gelingt. Nämlich, dass Jüngere für die Älteren die Pforte zum Internet öffnen. Dann können Oma und Opa in aller Ruhe in dem Böbinger Bilder-Buch stöbern. Sofern ein internettauglicher Fernseher bereitsteht, kann dies sogar gemütlich vom Sofa aus auf dem großen Bildschirm geschehen.

Ein Tauchgang in die Geschichte steht dann auf dem Fernsehprogramm. Unter bbb.winkow.de öffnet sich die Welt der Bilder aus Böbingen. Alle Epochen, seit es Fotografie gibt, werden dargestellt. Und immer mehr Alben kommen hinzu. Zu den bislang fünf Kategorien hat Uwe Winkow zwei neue Alben hinzugefügt. In dem einen wird die Historie zum SGV Böbingen während der vergangenen Jahrzehnte dargestellt. Festumzüge, Gruppenbilder, Vereinsausflüge und vieles mehr. Schließlich feiert der Verein 2020 sein 100-jähriges Bestehen.

Für 6,50 Mark nach München

Ein weiteres Album enthält Fotos der einstigen Eisenbahnstrecke Böbingen – Heubach. Mit Bahnhofsgebäude und vielem mehr. Winkow hat beispielsweise alte Fahrkarten abfotografiert. Die zeigen, dass man einst für 6,50 Mark von Unterböbingen bis München Hauptbahnhof fahren konnte. Auch die letzte Fahrt der Dampfeisenbahn zwischen Böbingen und Heubach am 1. Mai 1976 ist festgehalten.

"Mittlerweile habe ich rund 6000 Bilder und Dokumente", schildert Winkow, während er vor seinen zwei Bildschirmen sitzt. Facettenreich ist ie Böbinger Geschichte dargestellt, Kategorien wie Gebäude, Straßenzüge, Feste und vieles mehr finden sich. Und es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass Winkow immer auf der Suche nach alten Fotos ist. So klingelt es öfters an der Haustür in der Bürgermeister-Göhringer-Straße 2, oder es gibt Informationen unter post@winkow.de.

Dass das Interesse an dem stetig wachsenden Böbinger Bilder-Buch immer größer wird, zeigt sich an den Klicks. "Momentan sind rund 500 Besucher auf der Seite", berichtet Winkow. Aktuell laden 500 Fotos und Dokumente in sieben Alben zum Ansehen ein. Die Zahl der Alben wird weiter wachsen. Themenschwerpunkte werden gesetzt. Und dann die entsprechenden Fotos dazu bearbeitet und eingestellt. "Wie ein Fotoalbum, nur eben digital", erklärt der pensionierte Informatiker.

Das bislang älteste Bild stammt aus dem Jahr 1891. Es zeigt eine Frau mit einem Waschzuber. Da der gebürtige Heubacher Winkow erst 1969 nach Böbingen gezogen ist, sind ihm einige Personen auf den Bildern nicht bekannt. Daher freut er sich über Tipps. "Denn die Bürger tragen immer wieder den Wunsch an mich heran, die Bilder mit Texten zu versehen."

Selbst, wer nur kurz schaut, wird schnell neugierig. Etwa angesichts der Badenixen im Böbinger Freibad 1932. Längst vergangene Zeit weckt so bei den älteren Böbingern Erinnerungen "und hoffentlich das Interesse der jüngeren Generation", wünscht sich Winkow. "Das ist mein oberstes Ziel", nennt er den Grund für seine zeitintensive Initiative. Erfreut ist er darüber, dass die Mitglieder des Böbinger Geschichts- und Heimatvereins auf seine Arbeit aufmerksam geworden sind. "Sie haben ein klares Kooperationsinteresse gezeigt."

Das Böbinger Bilder-Buch ist online unter unter bbb.winkow.de

on Anja Jantschik

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