Böbinger Baugebiet auf dem Weg

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Sieben Bauplätze sollen entlang des Rechbergwegs im Nordosten Böbingens entstehen.
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Gemeinderat bringt „Weidle Ost“ am Montagabend weiter voran. Hier sollen entlang des Rechbergwegs sieben Bauplätze entstehen. Diskussion um Befangenheit zweier Gemeinderäte.

Böbingen

Als Gabi Ernst, wie von ihr im Vorfeld angekündigt, verspätet in die Gemeinderatsitzung am Montagabend kam, begrüßte sie Bürgermeister Jürgen Stempfle als „unsere wichtigste Gemeinderätin heute“. Denn das Gremium wollte auf Vorschlag der Verwaltung den nächsten Schritt machen beim Baugebiet „Weidle Ost“. Weil die Reihen ohnehin etwas gelichtet waren und mit Wolfgang Schmid und Manfred Gold gleich zwei Gemeinderäte wegen verwandtschaftlicher Beziehungen bei dem Punkt wegen Befangenheit nicht abstimmen durften, war das Gremium zunächst nicht beschlussfähig. Bis Gabi Ernst den Raum betrat.

Die Vorgeschichte

Wie Bürgermeister Stempfle erläuterte, sei das Baugebiet entlang des Rechbergwegs zunächst größer geplant gewesen. Auf einem benachbarten Hof im Gratwohlweg würden zwar sei Langem keine Tiere mehr gehalten, allerdings habe der Eigentümer dazu seit den 1960er-Jahren ein noch immer geltendes Recht. Ein Geruchsgutachten habe ergeben, dass bei einer zweizeiligen Bebauung zumindest die südlichen Bauplätze so stark betroffen wären, dass hier nicht gebaut werden könne. Der Gemeinderat, so Stempfle, sei dem Eigentümer entgegengekommen und habe die ganze zweite Zeile gekippt. Der künftige Geltungsbereich sei mit dann sieben Bauplätzen „deutlich reduziert“, so Stempfle.

Der Beitrag des Ingenieurs

Wie Friedrich Hampel vom Ingenieurbüro LK&P erläuterte, geb es keine artenschutzrechtlichen Konflikte oder Biotope. Allerdings müssten als Ausgleich für die Bebauung noch externe Flächen gefunden werden. Die Bauplätze seien etwa 450 Quadratmeter und größer, geplant ist die Bauweise in zwei Vollgeschossen. Topografisch liegen manche Bauplätze höher als andere. Wie im Baugebiet „Bietwang Nord“ sollen Stützwände, die das ausgleichen, auf 1,20 Höhe begrenzt werden.

Der Beschluss

Der Gemeinderat war einstimmig dafür, den Entwurf des Bebauungsplans zu beschließen. Die Verwaltung bereitet nun den nächsten Schritt, die „frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“, vor. Auf Antrag von Peter Bulling beschloss das Gremium, die Bestimmung in den Plan aufzunehmen, dass pro Wohneinheit zwei Stellplätze vorgesehen seien.

Die Sache mit der Befangenheit

Nach dem Beschluss kritisierte Wolfgang Schmid, dass ausgerechnet Manfred Gold und er als Mitglieder des Technischen Ausschusses hier befangen seien. Wenn es doof liefe, müssten sie dort Beschlüsse mittragen, über die sie gar nicht hatten diskutieren dürfen. „Das ist doch absurd“, meinte Schmid. Er wollte wissen, ob die Befangenheit weiter gelte, wenn die Gemeinde die Grundstücke erworben habe. Das konnte Stempfle nicht aus dem Stand beantworten. Er sagte zu, es zu prüfen und Rückmeldung zu geben. Beim Baugebiet „Bietwang Nord“ sei er selbst allerdings bis zum Ende befangen gewesen, so Stempfle.

Wolfgang Schmid verwies auf die große Nachfrage nach Bauplätzen und wollte wissen, wie die sieben Bauplätze verteilt würden. Jürgen Stempfle betonte, man müsse rechtssichere Vergabekriterien entwickeln.

Geplant ist nur eine „einzeilige“ Bebauung. Grafik: rico/Gemeinde

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