Böbinger Bikerpark wird saniert

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Noch sind die Rampen des Böbinger Bikerparks nicht sicher genug für Radfahrer. Das soll sich bald ändern.

Der stillgelegte Bikerpark in Böbingen soll umgebaut und so schnell wie möglich wiedereröffnet werden. Das hat der Gemeinderat beschlossen.

Böbingen

Rund 54 000 Euro will die Gemeinde Böbingen in die Hand nehmen und den Bikerpark bei der Römerhalle wiederbeleben. Das haben die Gemeinderäte am Montagabend einstimmig beschlossen. Die vom TSV Böbingen als Trainingsgelände genutzte Anlage war 2019 geschlossen worden, nachdem eine Person von einer der Rampen gestürzt war und sich verletzt hatte. Eine Untersuchung der Anlage habe gezeigt, dass Hindernisse und Rampen nicht sicher genug seien, um weitergenutzt zu werden, berichtete Bürgermeister Jürgen Stempfle.

Martin Brasda und Volker Prölß von der Radfahrabteilung des Sportvereins machten deutlich, wie wichtig das Gelände für die Abteilung sei. Abgesehen vom sportlichen Aspekt "lernen Kinder hier, das Gerät Fahrrad sicher zu beherrschen", sagte Brasda. Beim Saisonauftakt vergangene Woche habe man zudem gesehen, dass sehr viele Kinder und Jugendliche das Angebot der Radfahrer nutzen.

Jürgen Stempfle betonte, dass die Anlage nicht nur für Vereinsmitglieder, sondern für die Allgemeinheit gedacht sei. "Damit schaffen wir einen weiteren Attraktivitätsgewinn für unsere Gemeinde." Simon Reitberger von der Nürnberger Firma Kolap stellte die Planungen vor, nach denen die Bahn verändert werden solle. "Im Moment sind die Hindernisse zu schwierig." Die Lösung sei, die Anlage in drei Streckenabschnitte zu gliedern und niedrigere Hindernisse einzubauen. So liege beispielsweise in einem Abschnitt der Schwerpunkt auf das Fahren von Kurven, während eine andere Bahn gezielt Möglichkeiten zum Springen biete.

Stempfle sagte, dass mehrere Firmen angefragt worden seien, die Nürnberger aber das einzige Angebot abgegeben hätten. Die Kosten seien für auskömmlich befunden worden. Ein Auftrag für die Firma sei gewesen, sich eng mit der Sicherheitsfirma abzustimmen, die anschließend die Abnahme der Anlage vornimmt. Der TSV Böbingen wird dafür verantwortlich sein, die momentane Anlage zurückzubauen und den künftigen Bikerpark zu unterhalten.

Der Gemeinderat entschied einstimmig, die Sanierung zu beauftragen. Zuvor müsse allerdings eine Baugenehmigung für den nördlichen Bereich eingereicht werden, da hier Flächen außerhalb der bisherigen Anlage genutzt werden sollen. Bürgermeister Stempfle sagte zu, die Genehmigung so schnell wie möglich auf den Weg zu bringen. Simon Reitberger erklärte, dass die neuen Strecken innerhalb von drei Wochen gebaut werden könnten, sobald die Genehmigung da sei.

Neue Wohnbauflächen

Anschließend diskutierte und beschloss das Gremium die Fortschreibung des Flächennutzungsplans. Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung ging der Vorschlag durch, auf 7,3 Hektar Fläche in und um Böbingen Bauland für Wohnbebauung zu ermöglichen sowie auf zusätzlichen vier Hektar fürs Gewerbe. Claus Wolf vom Ingenieurbüro LK&P erläuterte die Stellungnahmen von 28 Behörden sowie von elf Anwohnern. Letztere wiesen teils bis zu 52 Unterschriften von Unterstützern auf.

In den ursprünglichen Planungen war zunächst von rund 30 Hektar ausgegangen worden, die gemäß der Richtlinien der Regionalverbands Ostwürttemberg nach unten korrigiert werden mussten. Nun können künftig Wohnhäuser in folgenden Gebieten gebaut werden: Sommerrain West, Weidle Ost I und Ost II, Schelmen Ost I, Hagenäcker Erweiterung Ost, Mühlstich und Bucher Straße Süd. Im Bereich Hagenäcker und Mühlstich seien bis zu 40 Bauplätze möglich, sagte Stempfle. Auf die übrigen Gebiete entfielen zwei bis maximal sechs Grundstücke.

In ihren Einwendungen thematisierten die Anwohner mehr Verkehrslärm und -aufkommen, Artenschutz und die große Entfernung mancher Flächen zur Gemeindemitte, sagte Wolf. In der Bürgerfragestunde am Anfang der Sitzung hatte sich ein Ehepaar beschwert, dass ihre Stellungnahme bei Verwaltung und im Rat wenig Gehör gefunden hätte. Stempfle betonte, dass die Fortschreibung des Plans nicht heiße, dass dort sofort gebaut würde. "Darauf besteht kein Rechtsanspruch."

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