Böbinger sind verrückt nach Theater

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Die Theatergruppe des SGV Böbingen beim Proben.
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Was sich die Mitglieder der Theatergruppe des SGV Böbingen für dieses Weihachten ausgedacht haben, was den Reiz des Laientheaters ausmacht und wann es Karten gibt.

Böbingen

Endlich wieder Theater! Die Böbinger Theatergruppe des SGV-Böbingen freut sich sehr, rund um Weihnachten wieder ein Laienstück aufzuführen. Was geboten wird, was das Laientheater ausmacht und warum es gar nicht so schlimm ist, wenn einmal ein Stück Text vergessen wird, das verrät Dietmar Krauß im Interview.

Herr Krauß, seit wann war die Böbinger Gruppe nicht mehr auf der Bühne?

Dietmar Krauß: Wir haben zuletzt im Jahr 2019 gespielt. Eigentlich wollten wir es auch letztes Jahr wagen, aber Theater mit Maske macht keinen Sinn, da sieht man ja nix von der Mimik. Jetzt wollen wir wieder ran, müssen sogar. Wir brauchen das. Ohne Theater ist für uns auch nicht richtig Weihnachten. Wie wir in Leipzig mal auf einem Plakat aufgeschnappt haben: „Theater muss sein.“ Das können wir voll unterschreiben, wir haben auch T-Shirts mit diesem Slogans. Also wollen wir mit einem kurzen Zwei-Akter starten.

Warum so abgespeckt?

Wir sind acht Leute, von denen jetzt die Hälfteneu dabei ist und sich auch erst eingrooven muss. Deswegen, und auch weil wir die Zuschauer wieder langsam ranführen wollen, machen wir keinen 90-minütigen Drei-Akter, sondern einen kurzen, knackigen Zwei-Akter. Titel: „Der ganz normale Wahnsinn.“Es geht vor allem darum zu sagen: Wir sind wieder da! Wenn wir mal drei Monate geprobt haben, denken wir schon, boa, jetzt ist langsam mal genug. Wenn die Aufführungen vorbei sind, sagen alle: Hoffentlich geht’s bald wieder los! Wir sind alle theaterverrückt.

Warum? Geht es darum, mal in eine andere Rolle zu schlüpfen?

Ja, das auch. Vor allem aber auch darum, die Leute zu unterhalten und den Zuschauern einen schönen Abend zu bieten und ein bisschen in eine andere Welt zu bringen und ihnen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Das macht Theaterspielen aus. Es gibt nichts Schöneres für uns, als das Lachen des Publikums.

Ist das planbar?

Nicht immer. Bei manchen Gags denkt man, der kommt eh nie an. Und gerade da schmeißen sich die Leute weg und wälzen sich vor Lachen. Oder auch umgekehrt.

Improvisation ist also gefragt?

Absolut. Zusammen mit der Hauptprobe spielen wir ein Stück in vier verschiedenen Versionen. Jedes Stück ist anders. Einmal vergisst der was, dann bringt der andere einen völlig ungeplanten Gag. Das ist Laientheater. Wir sind nicht perfekt. Dazu kann man auch stehen und zur Souffleuse sagen: „Hilf mir, ich weiß nicht mehr weiter.“ Fürs Publikum war das der Brüller. Da merkt man auch, dass wir schon lange gemeinsam spielen, da weiß der eine gleich, was der andere von ihm erwartet. Drei von vier alten Spielern spielen über 30 Jahre, eine seit gut 20 Jahren.

War es schwer, die neuen Mitglieder zugewinnen?

Einen der vier Neuen mussten wir etwas länger bearbeiten, mittlerweile ist er aber super integriert und bringt sich mit seinen Ideen echt gut ein. Wir sind eine bunt gemischte Truppe von 18 bis über 60 Jahre, sieben aus Böbingen, einer aus Schechingen. Wir proben in der SGV-Halle in Böbingen.

Seid ihr auch privat befreundet?

Wir sind auch privat eine gute Clique, der harte Kern des Theaters ist schon auch der harte Kern im Privaten. Das wirkt auch auf der Bühne ziemlich super, da kann man bisschen frotzeln und Späße machen. Einer muss bei den Aufführungen immer ein bisschen leiden, dem wird einkleiner Streich gespielt. Das nimmt man dann ganz locker.

Die Aufführungen sind geplant am Samstag, 18., Sonntag, 26., und Dienstag, 28. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr in der SGV-Halle, Bucherstraße 17.

Vorverkauf am Samstag, 4 Dezember, von 14 Uhr bis 15 Uhr; Montag 13. Dezember, 19 Uhr bis 19.30 Uhr und Mittwoch 22. Dezember, von 19 Uhr bis 19.30 Uhr jeweils in der SGV-Halle.

Es gelten die aktuellen Coronaregeln, mindestens aber 2G.

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