Das fliegende Auge Böbingens

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Luftbild von Böbingen von Alexander Weller. Für den Jahresrückblick der Gemeinde hat er ebenso Aufnahmen gemacht wie vom damals neuen Bürgerpark am alten Bahndamm oder im März dieses Jahres beim Friedensgebet für die Ukraine. Foto: Alexander Weller
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Für welche Projekte Alexander Weller aus Böbingen seine Drohne in die Luft gehen lässt und welche Vorschriften er dabei immer beachten muss.

Böbingen

Entspannt im Garten, auf der Terrasse oder im Urlaub am Strand. Alles ruhig, alles friedlich. Plötzlich: so ein Surren in der Luft. Keine Wespe, keine Schnake. Eine Drohne. Wer sie steuert? Auf den ersten und vielleicht auch auf den zweiten Blick nicht herauszufinden.

Alexander Weller aus Böbingen ist Hobby-Drohnenpilot. Das Unbehagen vieler Leute einer solchen Situation gegenüber kann er gut nachvollziehen, wie er sagt. Mit den Geräten könne eben viel dummes, auch kriminelles Zeug gemacht werden. Umso wichtiger sei es, die Menschen zu sensibilisieren. Dass nicht jede Drohne einem Spanner gehört. Dass die Daten sämtlicher Flüge aufgezeichnet werden. Dass jeder Flug bei einer Reihe von Behörden angemeldet werden müsse. „Ich glaube, vielen Menschen ist gar nicht klar, wie viel Aufwand für die Genehmigungen da anfällt“, meint Alexander Weller. Jedenfalls dann, wenn die Drohne ordnungsgemäß und legal fliege. So wie bei seinen Einsätzen, zum Beispiel rund um Böbingen, wie Weller sagt.

Jede Menge Bürokratie

In einer örtlichen Facebook-Gruppe hat er das kürzlich nochmals betont: „Ich möchte euch eine Sicherheit von meiner Seite vermitteln, dass, wenn ich fliege, ich keinen Mist baue und es nutze, um schöne Aufnahmen von der Gemeinde zu machen.“

Im Gespräch mit der Redaktion konkretisiert Alexander Weller: Er habe schon mehrfach Aufträge für die Gemeinde erledigt oder auch für ein Buchprojekt von Gemeinderat Otto Betz über die Geschichte der Schule am Römerkastell. „Ich denke, ich bin mittlerweile positiv bekannt in Böbingen.“ Für den Jahresrückblick der Gemeinde habe er ebenso Aufnahmen gemacht wie vom damals neuen Bürgerpark am alten Bahndamm oder im März dieses Jahres beim Friedensgebet für die Ukraine. Dank einer Vorrichtung, die bis zu einem Kilo Gewicht tragen könnte, habe er im Lockdown im Frühjahr 2020 Osterhasen an die Kinder in der Nachbarschaft verteilt. „Wenn die Eltern einverstanden waren“, sagt Weller.

Anfangs sei die Drohne für ihn eine „kleine Spielerei“ gewesen. Er habe aber dann doch einiges investiert, auch das Modell wurde größer und kostenintensiver. Nebenher habe er ein Gewerbe angemeldet, bei dem er mit seinem fliegenden Auge Gebäude auf Schäden hin kontrolliere, etwa an Dachrinnen, Dachziegeln oder Solaranlagen.

Im Wohngebiet müsse er vor jedem einzelnen Flug das Führungs- und Lagezentrum der Polizei und die Integrierte Leitstelle in Aalen informieren, ebenso den Flugplatz in Heubach. Nach dem neuen Drohnengesetz der EU brauche es einen Drohnenführerschein, ausgestellt vom Luftfahrtbundesamt (LBA). Mal schnell eine Drohne steigen lassen, das ist in Deutschland nicht erlaubt, stellt Weller klar und schaltet den „Smart Controller“, die Fernbedingung, ein. Hier oder auf der dazugehörigen Drohnen-App zeigt eine Karte seinen Standort an. Sobald die Karte ganz geladen ist, ist sie voller roter Bereiche: Wohngebiete, Straßen, Wasserwege, Naturschutzgebiete - alles grundsätzlich Bereiche, die tabu seien. „Jede Bewegung, die ich mit der Drohne mache, wird von dem digitalen Flugbuch aufgezeichnet. Da kann ich mich nicht rausreden und trage die Verantwortung“, stellt Weller klar. Zudem habe er an seiner Drohne eine feuerfeste Plakette mit seinen Kontaktdaten.

Und wenn eine unbekannte Drohne im eigenen Garten gar zu aufdringlich wird? „Einfach mal den Gartenschlauch rausholen“, empfiehlt Weller.

Drohnenflieger Alexander Weller aus Böbingen. Foto: privat

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